Fuck Yeah Internet






Geht bald wieder los.



Macht man ja so, hab ich mir sagen lassen. Ankündigen, dass irgendwann wieder was kommt und so.

Find ich geil, mach ich auch, weil ich mich selbst so unter Druck setze.
Themen werden anders, mehr Liebe, weniger Hass, genau so viel Hass wie früher und weniger Liebe, ungefähr.

Denk ich mir dann aus. Vielleicht auch einfach auf Englisch. Mal gucken. Ich kann ja machen, was ich will.

Tschüss!












Srsly?



Das neue iPad ist wärmer als das alte.
Das ist eine Riesen Katastrophe und überhaupt ist das genau so schlimm, wenn nicht schlimmer, als Hitler.
Are you fucking kidding me?
15°C, 9.6°F?! Das ist alles?

Das ist gut!

Das neue iPad ist offenbar so unglaublich grandios gut, dass es einfach nichts anderes zu bemängeln gibt, als ein bisschen mehr Wärme. Die, wiederum, ist natürlich nicht nur zu erklären, sondern verdammt noch Mal sowasvon zu vernachlässigen.
Was mich daran irritiert ist die Wucht, mit der diese Geschichte offenbar alle erreicht und wie unendlich aufgeblasen der ganze Bullshit ist. Das ist so ähnlich wie damals beim iPhone 4. Antennagate und so.
Dabei ist Apple ja aber ohnehin auf dem absteigenden Ast. Weil das neue iPad nicht nur wärmer ist, sondern auch ganze o,ooooo5 mm dicker! Und schwerer! The fuck?! Das gabs noch nie, das liegt daran, dass Jobs gestorben ist und Tim Cook ist dumm und deswegen gibt’s ja auch ne Dividende (der Artikel ist so witzig wie alle anderen darüber. “Apple wird erwachsen” und so Kram).

Aber das ist ja ein altes Spiel.

Das iPad hat ein zu niedrig auflösendes Display? – Apple baut ein Retina Display ein.
Das iPad hat kein 4G? – Apple baut 4G ein.
Das iPad hat zu wenig RAM? – Apple baut doppelt so viel ein.
Das iPad hätte mit all dem Kram viel schlechtere Akku-Laufzeit?  - Apple schafft es, die Laufzeit im Vergleich mit dem iPad 2 nicht zu verkürzen.

Und dann ist das iPad 15°C wärmer. Und die gesamte Hölle bricht los. Und Hitler (man muss immer zwei Mal Hitler in Artikeln unterbringen. Is so n SEO-Ding. Page Rank. Alles ziemlich technisch.).

Naja. Ich werd mir eins kaufen – nicht heute und nicht morgen aber demnächst. Und ich werde mir nicht die Finger verbrennen und ich werde es trotzdem lieben. Weil ich ein iSheep bin. Oder so.












Re:publica, Zeit.



Ich fahre hin. Also gehe. “Beruflich”. Also ernsthaft beruflich…

Ich bin mal gespannt – obwohl ich das selbst mache, hab ich grundsätzlich relativ wenig Interesse an diesen ganzen Social Media-Spacken Beratern. Trotzdem – reizt mich irgendwie.
Ein paar der Talks und Panels oder wie man den Quatsch nennt sind bestimmt interessant.

Ich hab im Moment nur im Büro Internet, was ziemlich beschissen ist (ja, ich arbeite wieder und ja, ich arbeite wieder in einem Büro. In Berlin, wieder.) und hab mir schon zwei Mal mein Datenvolumen wieder aufgefüllt, weil ich wie blöde am Tethern bin. Ich will grundsätzlich wieder mehr Bloggen, mich nervt ziemlich, dass ich das zur Zeit nicht so hinbekomme wie ichs gern hätte, zwei extrem trafficstarke, viel wichtiger aber unheimlich schmeichelnde Verlinkungen, eine besser (MINIMAL FUCKING MAC!) als die nächste, fielen ziemlich ungünstig in eine Zeit, in der nicht viel davon da war.

Umzüge sind eben aufwändig, stressig und dann ist da ja noch der Job, diesdas.

Achja, Re:publica… trifft man da irgendwen cooles? Ich hab dann bestimmt auch Visitenkarten oder so.












Linklist / QUOTE.fm



Ich mag bestimmte Services, weil sie dabei helfen, Clutter zu reduzieren. Statt auf Blogs ständig uninteressanten Bullshit zu lesen, neben den ganzen interessanten Artikeln, kann ich entscheiden, ob ich dem Autor auch bei Twitter folge, um da zu lesen, ob es in München wieder schneit.

Die QUOTE.fm-Idee fand ich von Anfang an ziemlich toll. Und um Clutter zu reduzieren, den es hier erst gar nicht gab, weil ich den nicht wollte, gibt es ab sofort auf meinem QUOTE.fm Account die Dinge, die ich sonst zu Linklist-Kram gemacht hätte. Irgendwo ein cooler Artikel, zu dem ich eigentlich gerne ein paar Worte verloren hätte, das aber nicht tat, weil ich keine Linklist-Posts mache? Naja, wenns dich interessiert, folg mir da. Wenn nicht lass es sein. Ich zwinge dich nicht dazu. Wie überhaupt zu gar nichts.

Jedenfalls… das ist ein Usecase, den ich, neben dem Entdecken toller Texte, im Service QUOTE.fm sehe und denke, dass durch spätere Plugins da ziemlich viel zusätzliche Awesomeness drin ist.

Kann sein, dass ich das nach ein paar Wochen vergessen hab. So wie ifttt. Und so viele andere. Glaub ich aber nicht.












Fuck Yeah Wohnung



Nach einem Jahr Pause ziehe ich wieder nach Berlin um da zu arbeiten. Deshalb suche ich ab sofort bzw. dem 01.04.2012 als Einzugsdatum eine Wohnung in Berlin.

Alles Weitere gibt’s hier:

FUCK YEAH WOHNUNG

Yay und Danke für die Aufmerksamkeit!












Clear [Update]



Clear ist rausgekommen. Und es ist grandios gut. Ich liebe die Idee, die ja Microsoft auch mit WP7 umsetzt, direkt mit dem Content zu Interagieren. Das ist toll und Clear ist wunderbar… clear. Kein Programm zum kreuz- und quersynchronisieren in alle Richtungen, keine kollaborativen Listen oder Geofences. Nichts. Einfach eine Liste. Die schönste, bisher. Vier Themes, tolle Sounds und überhaupt, großartig. Für 79 Cent.

NEIN, natürlich ist es nicht großartig. Es ist nicht auf allen Plattformen verfügbar, es ist nicht so flexibel wie das 30€ teurere OmniFocus, es ist überhaupt sowieso nicht so wie alle anderen und deswegen scheiße und, klar, weils das nur für iOS gibt, sowieso nur für… “Apfelfanjungen” (das sind übrigens eh die schlimmsten Menschen. Die, die sowas sagen wie “EiFon” oder “Apfel MacBuch”).

Wie dumm ihr alle seid. Wie unendlich dumm und eng im Kopf. Da kommt eine App, die genau das macht, was sie sagt, das sie kann. Die einen anderen Weg geht als vollgepackte Holzhintergrundinterfaces, die, ja, gehyped wurde, eben WEIL sie Dinge anders macht und besonders ist und da sehr, sehr viel mühe hintersteckt, hinter den Bedienkonzepten und den Sounds, der Farbauswahl und so weiter.

Aber nein, die sieht zu gut aus, zu “clear” um wirklich was für echte poweruser zu sein. Ich seh ja gar nicht, bis wann ich dieses ToDo hier erledigen soll! Aaah! Schlechtes Design!

Bullshit. Dummheit von euch. Aber ich bin ja nur ein Apfelfanjunge mit MacBuch Luft und einem EiFon.

Trotzdem pisst ihr mich an. Weil ihr dumm seid, weil ihr wie alte Opas an Fenstern auf euren Meinungen beharrt und alles verurteilt, was mal irgendwie nach Kreativität und Design aussieht.

Deswegen seid ihr ziemlich beschissen und Clear trotzdem unglaublich gut.

[Update: Es ist natürlich vollkommen in Ordnung, Clear nicht zu benutzen. Selbstverständlich. Das Problem ist aber doch, dass das rumgehate nicht auf  anständigen Argumenten basiert sondern auf grundsätzlicher Ablehnung. Niemand sagt, dass man Clear benutzen muss. Obwohl es nicht synchronisiert oder wasweißich, benutzt doch was ihr wollt. Aber ernsthaft denken "wegen des Hypes, vor Allem von Seiten der Ami-Blogs" sei ein Argument... ist, ja, doch, dumm.]












Michael Petruzzo of Dark Heartfelt



A few months ago I approached Michael Petruzzo, the man behind Dark Heartfelt Software and the incredibly awesome Mac App Grandview. I wanted to find out who he is, why he does what he does and, of course, because one of my goals in life is to get to know as many great people as possible. I didn’t know him at all and just flat out asked for an interview. We took our time, went off-topic too much and I’m glad I got in touch with him because I already value him as a source of inspiration, advice and some weird kind of friendship-ish relationship.

This is the almost completely unabridged mail conversation we had. “Almost completely” because, as I said, we went off-topic most of the time.

Oh, there is something to win, too. 

Who are you? 

My name is Michael Petruzzo and I’m a human being walking the earth trying to make sense of it all.

Photo by Bronwen Lam

I live in an intentional community/green warehouse situation with a bunch of artists, architects, carpenters and community fire-starter characters in East Baltimore, Maryland USA. I was asked to come here to lend a hand with construction, as things went I ended up sticking around.  On this fertile ground I founded Dark Heartfelt Software!

Tell me more about that… what do you guys call it… The Compound? Sounds interesting.

The Compound is a repurposed forklift repair warehouse in Baltimore, Maryland. Amongst the intentional flora and fauna we have chickens, cats, worms, bees, regular flies, and a dog named 007. The building is owned and maintained by two of my friends (Marlon Ziello and Nicholas Wisniewski), and in exchange for taking the risk of purchasing it outright as well as maintaining it, they collect rent like most other similar facilities. We have had discussions of “group ownership” and “rent to own” scenarios, but when push comes to shove nobody wants to foot the responsibility.

I probably have the most radical agreement of anyone with the owners, which is most easily described as “sweat equity” – I worked for about a year, without pay, in order to obtain space at a very reasonable cost.  As radical as it is, we still use US dollars to explain this relationship (my rent is simply deducted from what they owe me). The majority of the inhabitants, though practicing artists, must supplement their income to rent spaces. This is achieved in various ways: carpentry, teaching at universities, art-handling, serving coffee, etc.

Grandview – awesome little app. I read you were writing a screenplay when the idea for developing Grandview came to mind. How so? In my experience, Grandview helps you to write faster, think faster and at the same time think less. Isn’t that kind of counterproductive when writing a screenplay?

After finishing the essentials of building what we lovingly call, yes, The Compound, my girlfriend Bronwen and I rehabilitated one of the row homes on the land.  When we finally got a wood stove installed and were comfortable enough to think it was around mid-January 2011. Bronwen had an idea for a screenplay and we decided to go it together. We enrolled in an intensive online course taught mostly through IRC called Screenwriters On Line. We worked with a producer/writer named Giulia Prenna as well as the founder of the course Tony Greco who is a total basket-case. I highly recommend this class for anyone starting embarking on their first screenplay.

We hammered out our little plot and synopsis, and following their method we sort-of backwards engineered a scene list for the entire film. It was pretty exciting to have all these little pieces of paper on the wall but when it came time to write the actual content I was hitting a wall of my own: I couldn’t let go – I was thinking too structurally and over-editing. It was then that I had the idea for a more submersive writing environment and checked around to see if it existed. It didn’t. With a bit of research I found out how to have it developed, leaving my girlfriend to fend for herself against the Great Tony Greco. So began my untrained expedition into the world of software development.

I’m gonna go the same route as you did with your whole screen writing thing – thinking the idea of Grandview backwards for a moment: In order to not just think about it but actually do it, reduce yourself to the bare minimum of requirements (in this case … words) and start from there, with just the words. But because you have the raw structure in mind and everything, that’s really all you need. Did I get that straight? 

I think you got it.  This is going to sound silly but I’ll say it: Screenwriters On Line is a submersive writing environment, facilitating a particular modality of writing.  Grandview is a submersive writing environment, facilitating a particular modality of writing.

I want to talk a bit about your personal life because I really find that interesting. I read that you somehow participated in TV and film, namely The Good Wife. What exactly did you do there? 

After I completed my undergraduate degree at the Maryland Institute College of Art I decided to move to New York. My friend Charles Wing was working in movies as a grip and had always invited me to come check it out. I did, and I acquired amazing experiences as a lighting technician on some really really bad movies for very little money. One day I’d be 80 feet in the air on a crane under the Manhattan Bridge in sideways rain with 60,000 watts of lights and the next I’d be racing around between sets in Brooklyn retrieving equipment, stopping inches from hitting Jennifer Anniston with my car.

Eventually I decided I was interested in the Scenic Art side of film: painting sets, making things looked bombed out or antiqued, throwing the fake blood around a murder scene – and fought my way to become a mere “Shop Boy” on the first season of The Good Wife. Work dried up in 2010 and I got the call that my friends had purchased The Compound. I was only going to help out for a week, but when I didn’t get a call from The Good Wife I stuck around.

I never got around watching The Good Wife but if I’m not mistaken there is not much bombed out or antiquated. Isn’t it mostly office-sets?

You hit the nail on the head. Day to day work consisted of mostly house-painting. Basically the production designer Stephen Hendrickson would choose some nice colors for the sets to be painted, and we would go paint them. This could even be at a location that The Good Wife was renting temporarily, in which case we would have to restore the original colors after the shooting of the scene. The Scenic crew on The Good Wife had been working on the first season of Fringe up until they moved that production to Canada and when I met them they were sort of in “monster withdrawal” .  I completely missed all the green gack and exploding heads. That being said, the “Charge Scenic” Emily Gaunt always found ways to make it fun.

On the Dark Heartfelt website you mention a band and a record label as some of the projects you did. Tell me about it.  

I never studied music. I went to school with the intention of studying Painting and came out with a BFA in Interdisciplinary Sculpture. But no matter what I did in Baltimore at that time I couldn’t avoid music. Ponytail was actually formed in a class called ParaPainting at the Maryland Institute.  The teacher – poet, Jeremy Sigler – literally put us together based on looks and said “you will play a show at the end of this semester”. That was 2005, and my closest friend in school was a guy named Matt Papich.  Matt was an incredible artist, and we collaborated on many projects, but he too was completely invested in another music project (Ecstatic Sunshine).

Right about then, seventeen muppet-crazy-artists made an exodus into Baltimore and started a music and performance collective called Wham City. They were relentless. They put on shows every night. Dan Deacon, who now is internationally known and is scoring Twixt for Francis Ford Coppola, would play to a crowd of three or four people on a Wednesday. There was a band called the “Santa Dads” which formed when Dan told this dude Conner to put on a tiger costume because he had booked him to fill a space in a show.

Eventually I decided to leave Ponytail and was spending time with Matt and another friend Devon Deimler.  We wanted to nurture the community we saw growing, and decided to start promoting and producing our own music and performance shows. This project became Wildfire Wildfire.  We wanted to consider everything and go it a different angle than all of Baltimore – a little more curated and a little more… pretentious. Our inner mascot was Max Fischer from Rushmore, and we wanted to push the bar almost “dickly“ high. We booked puppet shows, poets, touring bands, in warehouses, living rooms and abandoned power plants.  One time I convinced them to have a show with blaring lights from all angles and we handed out sunglasses and fireworks to everyone at the door.  It was a lot of fun and I found sanctuary in the drinking and the enthusiasm.  Eventually people asked us to turn it into a record label, which I helped start but later handed over to Matt and Devon.

But like I said I never even asked for the ring (music) to come to me. So I sorta threw it in the volcano and ended up in the Mount Royal Tavern so often that I started getting my mail delivered there. That’s when I took a stab at New York. Wow this story is fragmented as all hell now, huh? I also made art at some point…

I… am speechless. I don’t know two thirds of the names you mentioned but the time sure sounds like a hell lot of fun! 

But let’s move on for a bit. You wrote a joke book (go buy it at iBooks or Lulu or both). A Bum Joke Book. What the hell. Please, tell me a bum joke.

When I was working on the Good Wife and living with Bronwen we were starving in many different ways. We were in Williamsburg, living on South 5th street which is pretty much the division between the Haccidic Jewish community and Dominican community. I was in so much debt from moving to the city in 2008 but still convincing myself I had some artistic integrity. We had this shitty basement studio that this landlord gave us for free. It smelled awful and was a home to many silverfish bugs. One night we heard a baby crying and realized people were actually living down there. There was a makeshift shower and it would overflow into our studio every night, leaving a milky soup.

Bronwen was in the fashion industry, and I film, and we were getting increasingly frustrated at our respective commercial-production-slave-jobs. When work dried up we would freak out and need projects. One time we made a pillow-fort and stayed up drinking gin and writing bum jokes. The book was done in approximately a week. I actually spent a month trying to get the little bastard published but it was so offensive that no literary agent or publisher would even respond to me. It made light of all these situations that everyone was in – unemployed, down on their luck, creative, feeling worthless, up-against-the-man, etc. Everyone had to find a way to smile through through it all and that was our way.  Personally spent the first month of my life in NYC living out of my van, and the first year selling everything I owned and living off credit cards to make it into the film business…so I felt compelled to joke about this.

By the way every single joke in that book ends with an exclamation point.

You still owe me that joke, dude.

Why do bums live in the street?

Because nobody wants them in their house!

That… was a BUMMER!!!…. I’m sorry.

Dude!

Alright, back to some technology-stuff. This is about Grandview, after all. Kind of. Maybe. 

I hate coding. I hate it because I lack the patience. What about you – you write on your website that “Dark Heartfelt Software was an untrained expedition into the world of iPhone, iPod, iPad and Mac led by yourself”. First, is it really just you and second – dude, Grandview is pretty darn good for someone who calls himself “untrained”. 

Oh right. Technology. I guess I’ll start out by saying I don’t code any of my own apps yet (I’m beginning to learn some programming now). I bid them out and remove myself from that all together. I was always vaguely involved with computers.  My parents got me a PC Jr. at age 4, enrolled me in computer camps, CAD courses, and by the age of 12 I was making Mods for Quake – doing textures in Paint Shop Pro and 3D animations in the Rhino 3D Beta.  But I took a detour and found myself interested in what is best described as ”Fine Arts“ (contemporary, visual, theoretical, performative & transformative).  It was only after working on the screenplay in 2011 that I found myself back in front of a computer screen.

I am definitely an artist and Dark Heartfelt is almost more of a studio art practice then a software company.  Right now I do everything besides the programming:  conceptualize and storyboard the apps, design and manage the website, deal with the app store, any ”marketing“, logos, icons, blog posts, t-shirts, and of course tech support. All while working three days a week as a carpenter here at The Compound.

I am bootstrapping my art practice, following my heart and mind everyday. Thankfully I didn’t renegotiate with creditors when I lived in New York.  I slowly paid all of my debts in full, allowing me to use credit cards to pay my developers today. I must say that subbing out the programming like this isn’t optimal; I’ve lost six or seven developers like it’s nothing. I’ll literally be at the beach and I’ll get an email saying “oh you know that thing called Notesdeck we said was gonna be done a month ago? We never fucking started coding it and there’s nothing you can do to make the process go faster.”  So I’m paying my dues left and right.  Hopefully I’ll be up to speed by the end of the year via iTunes U and Stanford.edu.

I’m all in. That’s Dark Heartfelt.

Thank you, Michael, for giving me this opportunity and for being ever so patient! Had a blast! 

And now:

WIN SOMETHING! YAY! 

Michael was kind enough to provide me with three (3) promo codes for Grandview to give away. 

To win one, just tweet this post in whatever way you wish but be sure to add the hashtag “#grandview” somewhere. I will pick three winners randomly by 16:00 CET (or something) on Wednesday, 01.02.2012. Yaaay!












Analog



Ich weiß nicht, ob das wirklich eine “Entwicklung” ist, die man im Moment beobachten kann oder einfach nur Zufall. Aber es ist ziemlich auffällig, wie zur Zeit versucht wird, digitales… analog darzustellen.

Jahre, Jahrzehnte lang haben wir uns darüber aufgeregt, dass unsere Drucker scheiße sind, dass man den Kram eh nicht braucht und uns über Leute lustig gemacht, die ihre Emails ausdrucken. Und dann kommt jemand, baut etwas, das süß ist und alle schreien “YAY! Endlich können wir unsere Todo-Listen ausdrucken!”.

Little Printer ist aber auch awesome, im Ernst.
Und das zieht sich so durch, irgendwie. Der Versuch, digitales wieder analog zu machen, der Versuch, eigentlich ausschließlich digitales analogbar zu machen, sozusagen. Little Printer ist eine Sache, aber da ist auch Molly, die dir bei einer bestimmten Anzahl Retweets ein Bonbon schenkt. Oder Olly, der bei jedem @Reply einen… Duft aussondert.

Die natürliche Reaktion ist entweder “WTF” oder “Awwww!” aber vor Allem ist interessant, was den Leuten, die diese Dinger bauen, offenbar gefehlt hat: Haptik.
Das Internet kann man nicht anfassen. Aber offenbar will man das. Man will das, mit dem wir tagtäglich leben, unser Geld verdienen und unsere Freizeit verbringen auch anfassen können, greifbar machen. Offenbar reicht uns nicht mehr, zu versuchen nur digital darzustellen was anfassbar wäre, wäre es echt.

Vor ein paar Tagen war ich relativ beeindruckt von der Erkenntnis, dass die Apps, die Apple mit dem iOS liefert nicht nur ziemlich gute Icons sind für Uhr, Notizen, Todo und Kalender sondern Metaphern für Objekte auf einem Tisch. Ich hatte das immer komplett übersehen, weil als ich mir mein 3G kurz nach dessen Release gekauft hatte der App Store schon da war. Ich hatte also sofort 3rd Party Apps auf dem Home Screen und mir war diese Analogie eben einfach nicht klar. Echte Objekte auf einem Tisch, ein Notizbuch, ein Todo-Zettel, ein Abreißkalender, eine Uhr (weswegen man nämlich auch nur eine App auf ein Mal verschieben kann, weil man ja auf einem Tisch auch nicht verschiedenen Dinge auswählen und dann rumschieben kann. Also schon, aber nicht realistisch digital darstellbar)… Das ist der Apple-Stil, der da schon ansatzweise aber mit iCal und Adressbuch in Lion so richtig sichtbar wurde. Und im Prinzip schon vor X Jahren, als die die Folder-Metapher zum Mainstream machten.

Und seitdem gibt es ein paar unterschiedliche Ansätze und Entwicklungen:

Da wäre natürlich zum Einen die Apple-Sache. Skeuomorphism, möglichst viele Metaphern, das Digitale aussehen lassen wie analoges.
Dann die, die im Moment irgendwie “in” ist, also das ganze noch weiter zu denken und ur-digitales wie Twitter physisch greifbar zu machen.
Und dann das, was Microsoft oder Realmac und noch ein paar mehr machen – Interaktion mit dem Content, ohne unnötigem UI-Kram. Der Content ist das Interface. WP7 oder Clear, eben. Die lassen diesen ganzen Clutter weg, den Apple für absolut notwendig hält für das Verständnis und die UX. Das steht sogar in den iOS Human Interface Guidelines:

“When virtual objects and actions in an application are metaphors for objects and actions in the real world, users quickly grasp how to use the app. The classic example of a software metaphor is the folder: People put things in folders in the real world, so they immediately understand the idea of putting files into folders on a computer.” (via)

Microsoft hat da seine Hausaufgaben gemacht und konnte lernen von dem was iOS “angefangen” und Android kopiert hat und statt das auf die Spitze zu treiben eben gesagt:

Content not Chrome is one of the more unique principles of Metro. By removing all notions of extra chrome in the UI, the content becomes the main focus. This is especially relevant due to the smaller screen size and gesture-based interactions.”

Die Frage ist ja jetzt, welcher Weg sich durchsetzen wird oder ob alle nebeneinander existieren können. Denn diese extremen Beispiele wie Little Printer, Olly oder Molly und auch der umgekehrte Weg, den Twine zum Beispiel geht der aber den grundsätzlich gleichen Ansatz hat, nämlich die Interaktion mit Content auszulagern von Touch, Keyboard und Mouse/Trackpad auf dritte Geräte sind vielleicht doch eher Spielereien. Niemand hat einen Mehrwert von Bonbons für Retweets ausser natürlich den “Awww”-Effekt. Und niemand hat einen tatsächlich echten Mehrwert von ausgedruckten Todo-Listen, auch wenn wir das praktisch finden wollen. Denn meine Todo-Listen kann ich auch, ohne zusätzlicher Geräte auf meinem iPhone haben, wenn ich will. Und trotzdem findet man Little Printer toll. Ich auch.

Was “besser” ist, ist natürlich nicht zu sagen – mich reizt der Microsoft-Ansatz von Interaktion mit dem Content selbst, ich fühle mich vom “extra Chrome” aber auch nicht gestört oder beeinträchtigt, ich finde nicht Mal das iCal-UI soooo grausam, mal abgesehen vom total beschissenen Kontrast da, wo er wichtig wäre, in der Kalender-Ansicht nämlich. Dass Apple, Google oder Microsoft morgen keine Bonbonspuckmaschinen rausbringen ist irgendwie klar.

Trotzdem ist das ja irgendwie interessant. Dass es Menschen gibt, die denken, das wäre sinnvoll oder wenigstens erstrebens- und besitzenswert.












Social Search



Alle hassen Google. Also mehr oder weniger und das ist okay. Die Entscheidungen, die Google in letzter Zeit getroffen hat, sind … eher meh. Ich finde keinen Link, der das gut zusammenfasst aber sehr wohl diesen Text, der das irgendwie ein bisschen auf den Punkt bringt.

Ja, ist total scheiße, dass Google Google+-Ergebnisse vorzieht und nicht Mal wirklich nach anderen sozialen Netzen guckt, jaja, andererseits ist Google+ eben von Google und die wollen das gerne promoten. Deswegen braucht man, wenn man sich das Galaxy Nexus kauft nicht nur einen normalen Google-Account sondern muss auch ein Google+-Profil anlegen. Soweit so mittelmässig, weil Google ja nicht evil sein will, diesdas, kann das nicht im Sinne des Nutzers sein und deswegen gibt es jetzt das hier und so weiter.

Aber darauf will ich gar nicht hinaus, weil mir das eigentlich egal ist. Ich hab vor einer Weile versucht, von Google weg zu kommen, andere Services zu nutzen. Bing für die Suche, ich hab auch DuckDuckGo ausprobiert… ausschließlich iCal (mit iCloud) als Kalender, @me.com als Email und so weiter. Aber ich hab aufgegeben, nach ein paar Tagen. Ich hab, vor Allem bei der Suche und mit Bing, versucht, das in meinen normalen Ablauf einzufügen, mich also nicht davon abzulenken, dass wenn ich suche, Bing und nicht Google kommt und einfach so weiter gemacht, nachdem ich überall meine Suchmaschinen geändert hab, auf dem iPhone, in der Safari Omnibar und so. Aber erstens habe ich nicht die Ergebnisse bekommen, die ich mir erwartet hab und zweitens finde ich Bing hässlich. Das hat nichts damit zutun, dass ich Microsoft nicht mögen würde oder so, das stimmt nicht. Aber naja, nach so vielen Jahren hat man sich einfach zu sehr daran gewöhnt, wie Google die Ergebnisse aufbereitet, dass ich Probleme hatte, mich daran zu gewöhnen, obwohl es mir ja nicht um die Seite an Sich sondern um die Ergebnisse ging und die haben mich nicht so beeindruckt. Das liegt vermutlich daran, dass man mit der Zeit ungefähr im Gefühl hat, wie Google sucht und was Google finden könnte. Nicht die konkreten Ergebnisse, natürlich, aber doch so eine Ahnung. Bing macht das anders und auch wenn es viele Vergleiche gibt, die Bing besser oder mindestens genau so gut abschneiden lassen – mir war das … fremd. Gewohnheit hat gesiegt.

Das ist ein bisschen armselig. Aber alleine auf dem iPhone macht Bing einfach nicht so viel Spaß wie die Google Suche. Vielleicht hab ichs auch nicht geschafft, weil ich ja nicht wechseln wollte, weil Google mich irgendwie angekotzt hat sondern einfach, weil ich was neues wollte. Was anderes. Ohne Grund.

Für Feeds gibt es für mich eh nicht viel, was an Google rankommt, gar nichts, sogar, ich hab da eben alles und das ist alles wunderbar sortiert und überhaupt, Reeder und Reeder for iPhone synchronisieren in beide Richtungen mit Google, was praktisch ist und so weiter. Deswegen hatte ich da gar nicht versucht, Feedly oder so auszuprobieren, die ja aber mittlerweile glaube ich auch GReader-Technisch unterwegs sind.

Kalender – ja, das wär einfach gewesen. Und naja, wars auch. Ich hab eben einfach ausgestellt, dass sich iCal mit Google synchronisiert und fertig. Bis heute so. Weil… eher unwichtig, ich teile meine Kalender nicht, im Prinzip sind die nur Stundenpläne und auch sonst kann ich mir Termine in der Regel gut so merken.

Naja. Worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass bei all dem Bullshit, den Google zur Zeit produziert, Android, biased Search, Google+-Zwang und so weiter… ist es für mich noch immer das beste. Die für mich einfachste, sinnvollste, klar auch angewöhnteste Option. Und warum sollte ich nur aus Prinzip Google nicht mehr benutzen, wenn das für mich doch eigentlich wunderbar funktioniert?

Ich klicke ohnehin nicht auf Google+-Links in den Suchergebnissen, weil mich das sowieso einen Scheißdreck interessiert, ich überlese sowas automatisch. Aber ich sehe natürlich, wie man sich darüber aufregen kann.

Es gibt aber einfach keine gute Alternative. DuckDuckGo sieht nicht schlecht aus, ja. Aber, vermutlich auch aus Gewohnheit aber sicher nicht nur aus Prinzip, gefällt mir nicht.

Google macht dumme Moves, dämliche Fehler, bei denen Shitstorms vorprogrammiert sind, das müssten die besser wissen. Andererseits macht Google, was sie als Unternehmen tun müssen, sie promoten ihr Netzwerk, das auf gar keinen Fall so ein Reinfall wie Buzz werden darf und machen das eben über die Funktion, die am meisten benutzt wird: Search. Wieder andererseits ist genau das genau falsch, denn der Eindruck entsteht, Google sei der Nutzer egal, die eigenen Produkte wichtiger.
Aber guess what, genau so siehts aus. Das ist die Realität, so ist das. Als würde Google sich auch nur einen Augenblick ernsthaft darum kümmern, dass der Nutzer objektive Ergebnisse bekommt… Das ist vorbei, dafür steckt da zu viel Geld drin. Und trotzdem finde ich, dass Google immernoch die beste Alternative darstellt. Das kleinste Übel.

Auf diesen ganzen Datenschutzkram will ich nicht eingehen, das ist mir nämlich ziemlich egal, btw.












Textbooks



Das ist alles ziemlich grandios. Das ist sogar so gut, dass es alles revolutionieren könnte. Lernen ist so unendlich wichtig. Und wenn Schule und Universität irgendwann nicht mehr auf veralteten Daten basieren, die Menschen nicht mehr, und jetzt zitiere ich sinngemäß aus dem Apple Video, auf eine Welt vorbereiten, die es längst nicht mehr gibt sondern vielmehr anfangen, vorzubereiten auf Morgen und Übermorgen… dann leben wir vielleicht bald in einer besseren.

Ich denke wir können uns alle darauf einigen, dass das, was Apple da heute angekündigt und released hat also unglaublich wegweisend sein kann. Es gibt nur ein Problem.

iPads sind nicht günstig. Wie bekommt ein High School Kid, über das deutsche Schulsystem muss ich in diesem Zusammenhang kein Wort verlieren, denn da ist ja nicht mal angekommen, dass es das Internet gibt, sein iPad, nein, nicht irgendeins, wie bekommt jedes High School Kid sein iPad?

Also fürs College ist das weniger ein Problem. Textbooks sind ohnehin schweineteuer, wenn man nur welche für 100€ kaufen muss hat man ja schon Glück gehabt, wenn also ein iPad 2 im Moment um die $500 kostet ist das absolut sinnvoll. Aber High School? Da wird das schwieriger.

Es sei denn, die Gerüchte stimmen. Gehen wir mal einen Moment lang davon aus, dass Apple tatsächlich ende Februar ein Media Event hostet und ein iPad 3 ankündigt. Wie das auch immer aussehen mag, Retina Display und so weiter. Und weil Apple das immer so macht, wird das neue iPad vermutlich auch um die $500 kosten.

Wie weit hergeholt wäre es, wenn das jetzige iPad 2 ein eMac wird? Ein günstigeres, nicht mehr 100%ig aktuelles aber noch immer sehr, sehr fähiges Produkt? Vermutlich ist das sehr realistisch. Angenommen, das iPad 3 kostet also $500, wie das iPad 2 jetzt, dann könnte man ein iPad 2 doch ohne große Verluste hinzunehmen für $299 verkaufen. Ohne 3G, okay, und als 16GB-Variante. Aber mit iCloud ist das unwichtig. Damit hätte Apple nicht nur mehr oder weniger das “das iPad ist aber viel zu teuer, um das jedem Schüler zu geben”-Problem gelöst sondern auch all die ganzen anderen Hersteller mächtig ins Knie gefickt. Win-win. $299 ist der Preis einer Klassenfahrt, Kinder aus mittellosen Familien bekommen für solche Fälle Zuschüsse – ob das in den USA so ist weiß ich nicht genau. Aber eben nur mal so als Gedankenspiel.

Natürlich gibt es noch andere Probleme. Was passiert, wenn dem Kind sein iPad hinfällt? Was passiert, wenn irgendein Spast das iPad kaputt macht? Was passiert, wenn die Lehrer noch nie von sowas wie dem iPad gehört haben, was vermutlich oft der Fall ist?

Aber ähnliche Probleme gab es damals auch. Als Apple angefangen hat, den Musikmarkt zu revolutionieren. Wer kauft denn bitte ein Mac-Only-Ding für $500 um damit Musik zu hören? Wer kauft denn bitte Musik im Internet? CD ist viel besser…. und so weiter. Es gibt immer Naysayer aber die haben nie was verändert.

Bevor man jetzt allerdings anfängt rumzurufen, dass Apple tatsächlich das Bildungssystem revolutioniert hat oder, andererseits, jetzt schon damit beginnt, das kleinzureden oder zu relativieren, wie das vor Allem deutsche Medien ja gerne tun, weil die keine Ahnung vom Kacken haben, sollte man das so hinnehmen, erkennen, dass das potenziell extrem hoch ist und alles verändern könnte, die Probleme sehen und dann abwarten.












Lernen



Lernen ist eine tolle Sache. Ich spreche nicht vom Uni- oder Schule-Lernen. Ich spreche vom Lernen. Man könnte jetzt ein Douchebag sein und das “Leben-Lernen” nennen. Oder eben einfach Lernen. Die schönste Art zu lernen ist, von Menschen zu lernen. Von echten. Und dann ganz Unterschiedliche Dinge. Wie man mietfrei in NYC leben kann. Oder wie man seinen eigenen Tennis-Court baut. Oder wie man lernt, wie ein Mensch zu programmieren. All sowas. 

Vor ein paar Tagen hat Skillshare sein/ihr Manifest veröffentlicht und das ist ganz großartig. Nicht nur der Text – das Video vor Allem.

Und im Prinzip sind Skillshare, Gidsy und so das, was eine Volkshochschule sein sollte. Nur eben besser. Spannender. Von ganz normalen Menschen ganz grandiose Dinge lernen, Dinge, auf die man sonst nie gekommen wäre.

Das beeindruckt und motiviert mich. Unbekanntes, spannendes, nie gedachtes. Ich interessiere mich nicht fürs Nähen. Aber vielleicht würde ich das doch gerne mal ausprobieren. Vielleicht hätte ich schon Lust, von jemandem der dafür lebt, von einem interessanten Mensch, zu hören, warum Nähen dieses Menschen Leidenschaft ist. Leidenschaft ist glaube ich das wichtigste Wort im Zusammenhang mit diesen Plattformen. Die Leute, die dir da Dinge beibringen, sind leidenschaftliche Menschen. Anders als zum Beispiel an der Uni. Da hat niemand für irgendwas eine Leidenschaft. Mehr. Meistens.

Aber hier schon. Und ist es nicht wunderbar, von der Leidenschaft anderer Menschen lernen zu können? Nicht von Leuten, die einfach irgendwas beibringen weil ja ist ganz interessant… sondern von Menschen mit Interessen die so nicht jeder hat, die so ausgeprägt anders sind. Ich denke schon.

Überhaupt, wir vergessen oft, dass Lernen oft nicht das ist, wofür wir es halten. Man muss nicht hundert Bücher zum Programmieren gelesen haben, um Programmieren zu lernen. Niemand muss das. Man muss auch nicht Design studiert haben, um beurteilen zu können, was gutes Design ist. Manchmal weiß man das einfach. Natürlich ist das Know How dahinter wichtig. Aber dafür braucht man keine Uni.

Und dann gibt es eben Bereiche die, klassischer Weise, eher ein “Hobby” wären. Aber Hobbys sind doch die Dinge, die wir tun, weil sie uns Spaß machen, neben dem ganzen Kram, der uns keinen Spaß macht. Oder nicht so viel.

Der Jackpot ist dann, wenn man beides hat. Ein Hobby und den Rest, beides awesome und beides mit Leidenschaft. Schaffen nicht viele, manche schon und überhaupt.

Ich finde jedenfalls ganz grandios, von Menschen zu lernen, die vielleicht in diesem Bereich keinen Master haben aber Spaß. Und von denen ich weiß, dass sie das können, eben nicht weil sie irgendwo einen Zettel liegen haben auf dem das steht. Und dann von Menschen, die Interessen haben, die ich nie für Möglich gehalten hab. Die für mich nie in Frage gekommen wären. Einfach um das, was ich in meinem Leben lernen würde zu erweitern. Skillshare, halt.

Ich hasse Musicals. Für mich gibt es nichts schlimmeres als dieses beschissene Gedudel. Aber wenn mein Bruder, der dafür lebt, der Musical atmet, mir davon erzählt, dann finde ich das beeindruckend. Dann verstehe ich den Reiz zwar noch immer nicht und ich fange nicht an, Musicals zu hören. Aber ich kann die Leidenschaft nachvollziehen, ich finde das interessant, plötzlich interessiere ich mich für die Leidenschaft. Nicht für die Sache. Aber für die Leidenschaft an dieser Sache.

Und ja, das ist wunderbar. Und ich finde toll, dass Menschen mit den entsprechenden Möglichkeiten und der, ja, Leidenschaft, das erkannt haben. Und daraus eine Sache machen, die Leben bereichern kann.












Handschuh



Vor ein paar Wochen dachte ich mir, dass es sicher sinnvoll wäre, mir diese Muji-Touchscreen-Handschuhe zu kaufen. Weil ich im Winter grundsätzlich immer Handschuhe trage, auch, wenn es eigentlich nicht kalt genug ist – das erleichtert mir das U-Bahn fahren, weil ich mich dann auch ohne mich zu Tode zu ekeln an irgendwas festhalten kann. Und deshalb dachte ich mir, dass ich die gerne hätte.

Die sind aber ziemlich scheiße, aus mehreren Gründen. Zum einen sind die nicht sonderlich dick, was okay wäre, aber auch irgendwie dumm. Und dann sind die ein Beispiel für undurchdachtes Design.

Man soll damit sein Handy, sein Touchscreen-Handy halten und benutzen. Das funktioniert auch, was das Benutzen angeht, sehr gut. Ich weiß nicht, ob da irgendwelche Drähte zwischengenäht sind, ist mir auch egal (stimmt aber, steht auf der Produktpage), es funktioniert. Aber diese scheiß Handschuhe sind nicht… griffig. Die bestehen einfach aus Wolle oder Polyester oder was weiß ich und haben nichts, was das Gerät vom Aus-Der-Hand-Ruschen schützen würde. Klar, die sind billig und so aber was für ein Blödsinn? Schonmal versucht mit nicht-Ski-Handschuhen, also diesen ganz normalen, billigen H&M-Dingern, das Handy aus der Tasche zu holen? Argh.

Warum klebt man da nicht irgendwelche Noppen drauf? Wie bei Socken? Oder macht sich sonst irgendwelche Gedanken? Das macht diese Art von Handschuhen nutzlos. Denn ist ja super, wenn ich mit Handschuhen meine Mails lesen kann aber ziemlich dumm, wenn mir das Gerät aus der Hand rutscht. Das will ich nicht.

Es gibt “professionelle” iPhone-Handschuhe. Die sehen aber meistens ziemlich dumm aus. Ich will keine aus Nylon oder so. Ich hätten gern die Muji-Handschuhe mit Noppen. Kann doch nicht so schwer sein.

Ausserdem ist das Verarsche. “Hier, benutz damit dein Smartphone!” und dann Trollface im Hinterzimmer. Problem?

Drecksdinger.

Egal, ich hab jetzt andere Handschuhe.












Map/Territory



Vor ein paar Tagen twitterte @siracusa etwas, das mich ziemlich beeindruckt hat. Das hier, nämlich.

Ich wusste, dass sowas mehr oder weniger üblich ist. Der Sound vom Autoblinker zum Beispiel ist lange nicht mehr ein physikalisch existenter Schalter hinter dem Armaturenbrett sondern ein von Sound Designern angepasster … ja, Sound eben. Das ist natürlich ziemlich sinnvoll, denn auch, wenn man vermutlich niemals das ursprüngliche Geräusch gehört hat – ein Blinker muss klicken. Denn im Autokontext bedeutet ein Beep beispielsweise ja was Anderes, Abstand, wenn man so ein Abstandseinparkmessding hat oder dass man nicht angeschnallt ist oder dass die Handbremse noch angezogen ist – moderner Kram, den man früher nicht hatte und der früher keinen Sound gehabt hätte weil… gab es eben nicht. Diese modernen Klänge sind Beeps, weil sie eben moderne Features sind. Der Blinker nicht. Der macht klick klack.

Ich wusste auch, dass, vor Allem bei Sportwagen, der Motorsound nicht nur einfach der Sound vom Motor ist sondern ein bearbeiteter, damit der angenehmer klingt. Oder sportlicher. Oder böser, je nachdem wer die Zielgruppe ist.

Ich wusste nicht, dass der neue BMW M5 den Motorensound über das Soundsystem in der Fahrerkabine wiedergibt, weil ich mich eigentlich überhaupt nicht für Autos interessiere. Und das finde ich auch ziemlich blödsinnig, denn ist es nicht erstrebenswerter, relativ ruhig Auto zu fahren? Wahrscheinlich nicht, aber das weiß ich eben nicht.

Ziemlich beeindruckend finde ich jetzt also, dass, und das ist eine relativ banale Erkenntnis, denn das passiert ständig, komplett unnötige Relikte aus analogeren Zeiten benutzt werden, um ein bekanntes Feedback zu geben. Signalrauschen, zum Beispiel. Denn das ist nicht nur technisch unmöglich, auch wenn Kommentatoren unter diesem Post manchmal anderer Meinung sind, aber es ist eben auch komplett unnötig. Eigentlich. Aber ja, das weisse Rauschen ist bekannt, man weiß – da stimmt was nicht, da kommt kein Signal durch. Man könnte natürlich einfach eine kleine Textbox über den Bildschirm laufen lassen, das würde natürlich völlig ausreichen. Aber das Rauschen gibt Feedback. Das ist physisch, das ist irgendwo greifbarer, als ein digitales Kästchen. Ausserdem will man das loswerden, weil es stört. Und nicht richtig ist, etwas stimmt nicht, das Kabel ist nicht drin, also stecke ich es rein, damit dieses scheiß Rauschen weggeht.

Welche Mühe man sich dabei gibt ist aber das was ich krass finde. Dass sich die Designer dieses Modells hingesetzt und ein MPEG mit diesem Rauschen gebastelt haben. Man hätte sich das sparen können – das ist so aber gutes Design.

Auf der iPad-Tastatur gibt es beim F und beim J kleine Striche. Die sind auf jeder Hardwaretastatur auch vorhanden. Auf dem iPad natürlich nicht so sinnvoll wie beim MacBook, weil sie da eben nicht der blinden Orientierung dienen können. Aber dadurch fühlt sich die iPad-Tastatur eben nicht so künstlich an. Obwohl sie das ist.

Das Ganze ist die Map-territory relation. (Das ist nicht per se Skeukomorph, kann es aber auch sein.) Magritte hat damals seine berühmte Pfeife gemalt und drunter geschrieben, dass das keine Pfeife ist. Stimmt ja auch. Das ist das Bild von einer Pfeife. Kennen wir alle.

Aber sobald etwas, das eigentlich nur das Abbild, ja die Entsprechung von etwas ist, real wird… wie zum Beispiel der Blinker oder das Rauschen, also eine Funktion, die es eigentlich nicht mehr geben würde, weil wir technisch weiter sind oder so, wird das Territorium immer mehr zur Karte und die Karte immer mehr zum Territorium.

In der Kartographie lernt man ganz zu Beginn, dass die Karte niemals das Gelände ist und immer nur eine idealisierte Form dessen ist, was man darstellen will. Deswegen gibt es bestimmte Stilmittel und Werkzeuge. Vereinfachungen, Auslassungen und so weiter. Dabei ist wichtig zu unterscheiden, dass ein Satellitenbild keine Karte ist sondern erst zu einer wird, wenn man Karteninformationen darüber legt. Denn: Die Karte ist nicht das Gelände.

Aber das ist der Punkt: Wir können Dingen suggerierte Bedeutungen geben, die sie entweder nicht haben oder die wir ihnen gegeben haben und das ist ziemlich cool. Natürlich ist das irgendwie selbstverständlich, klar, aber eben auch krass. Denn natürlich ist das, was wir, wenn wir die Handykamera einschalten sehen, nicht die Realität sondern das, was uns der Sensor als Information zurückgibt. Wenn wir aber Informationen darüberlegen, Augmented Reality ist ein Beispiel, wird das realer. Wird durch die Informationen die wir kriegen die Abbildung mehr zur Realität als die Karte, auf der wir Straßen aufmalen obwohl das Gegenteil der Fall ist. Denn in der echten Realität sehen wir nicht, dass 200 Meter links eine Pizzeria ist.

Und in der echten Realität würden wir eben das Rauschen nicht sehen, den Blinker hören oder einen Piepton, wenn wir zu nah am Bordstein sind. Das alles verschwimmt ziemlich dramatisch und noch hinkt der Augmented Reality-Vergleich. Aber im Prinzip tut das nichts anderes als das, was eben der Sound Designer uns antut, wenn er den Motorensound verbessert/optimiert. Er macht die Realität realer, mehr greifbar, wenn wir eben ein scheinbar analoges Feedback bekommen, wenn das Kabel nicht mehr steckt.

Andersrum kann man das auch falsch machen. Skeukomorphes Design ist nämlich nur bis zu einem gewissen Grad sinnvoll. Denn die Kalender-Metapher kennen wir im Computer-Umfeld nicht. Wenn iCal also so tut als wäre es aus Leder, wirkt das falsch, unechter als die Realität, was ja das Gegenteil dessen ist, was man erreichen wollen würde. Denn die Realität ist in diesem Kontext eben digital. Kein Papier. Kein Leder, keine abgerissenen Vormonate.

Und doch hat das seine Existenzberechtigung. Auf dem MacBook sinnlos, ist der Lederkalender auf dem iPad angebrachter. Denn da spielen wir tagtäglich mit ähnlichen geborgten Metaphern.

Negative Menschen würden sagen, dass das stark in Richtung Matrix geht. Tut es. Die Realität ist in der Tat nicht mehr das, wofür wir sie halten.

Andererseits ist das auch toll. Das eröffnet Möglichkeiten. Augmented Reality ist noch ein Spielzeug. Ich finde das jetzt und hier ziemlich blödsinnig aber ich sehe den potenziellen Nutzen. Privat, medizinisch usw. Militärisch gibt es das ja schon längst. HUDs in Kampfjets machen nichts anders.

Aber ja, schon jetzt ist eben nicht mehr alles was wir dafür halten auch so real wie es den Anschein macht. The map has indeed become the territory, die Abbildung wird zum Alltag, wird selbstverständlich. Das ist erschreckend. Und cool.












Copycat



Ich habe mich gestern gefragt, ob die Industriedesigner von Samsung, Acer, HP und so weiter mit sich zufrieden sind.

Ob die morgens aufstehen und sagen können “Ja, ich bin zufrieden mit meiner Arbeit, meinen Designs, meinen Ideen. Mein Job macht mir Spaß.”. Ich glaube nicht.

Denn Dinge wie das hier, dieses Ding oder das hier… darauf kann man doch nicht stolz sein, oder? Wenn man am Ende des Tages vor seinem Bildschirm sitzt und sich die Entwürfe und Renders anguckt und das sieht… dann müsste man doch eigentlich vor Scham im Boden versinken. Oder?

Ja, klar, irgendwer könnte jetzt sowas sagen wie “aber es gibt doch nur so und so viele Möglichkeiten, ein Produkt zu designen” und dann müsste ich sagen “halt die Fresse, du hast offenbar keine Ahnung”. Denn warum sieht denn dann das Lumia 800 so gut und so anders aus? Oder das IdeaPad, hier, das ich persönlich zwar nicht superschön aber doch irgendwie anziehend finde?

Das Problem ist ja nicht, dass man sich inspirieren lässt. Das ist okay. Natürlich. Das machen ja selbst die, die im Moment so schamlos kopiert werden. Das Problem ist, dass all diese Drecksprodukte nicht nur aussehen wie die schlechte Version vom iPhone 3G, dem MacBook Air oder dem MacBook Pro sondern dass die am Ende auch scheiße sind und nicht an das Original rankommen.

Design funktioniert eben anders. Design ist nicht “ok, das sieht gut aus, so.”. Design ist “das sieht gut aus, weil…”. Und wenn man die Frage beantworten kann, hat man das Recht weiterzumachen. Denn ein MacBook Air sieht genau so aus, weil es Sinn ergibt und nicht weil es im ersten Entwurf irgendwie cool war. Ein MacBook Air wird nach hinten Dicker, weil das eben sinnvoll ist. Nicht nur, weil das ansonsten ultraflache Gerät dann ein bisschen angewinkelt auf dem Tisch steht und man die Tastatur und das beste Trackpad der Welt™ besser benutzen kann. Und wenn man das sinnvolle mit dem notwendigen gekonnt verbindet, also dass das Ding eben nicht überall unter 0.5cm dünn sein kann, aus technischen Gründen, und das wiederum in perfekte Proportionen packt und, ja, Kompromisse eingeht wie halbgroße Arrow-Keys, damit die Tastatur ein Rechteck ohne Ausbrüche ist, die am Ende aber nur dazu beitragen, dass man eine fast perfekte Maschine benutzt, dann war es okay, dass man sich ein bisschen hat inspirieren lassen von Braun und seinen eigenen Produkten. Und wenn dann auch noch sowas passt… wow. So, das ist Design. Das kann man dann am Ende vielleicht hässlich finden, weil man gebürstetes Aluminium nicht mag oder schwarze Tasten oder so.

Aber nicht unwichtig.

Und dann kommt HP und packt dieses runde Ding da hin, was überhaupt keinen Sinn ergibt, das braucht kein Mensch, das sieht beschissen und dumm aus und ist komplett unnötig. Ich meine okay, das war ja schon immer der Unterschied… blau blinkende LEDs überall, nicht funktionierende crazy Touch-Slider für Lautstärkeregelung und so und überhaupt noch ein paar LEDs, zur Sicherheit.

Oder eben Samsung, die das iPhone 3G kopieren und es im Prozess komplett verkacken, weil die nicht wissen, warum das iPhone so aussieht wie es aussieht.

Am Ende ist das natürlich alles egal. Es wird immer Menschen geben, die tiefergelegte Golf schön finden. Oder riesige, schlechte Gucci-Uhr-Kopien. Man kann also über Geschmack streiten, schon klar. Aber eigentlich nicht wirklich über Design. Nur über verkacktes. Jeder der sagt, dass das Envy ja überhaupt nicht aussieht wie ein MacBook Pro lügt. Genau wie jeder, der meint, sein Android-Handy wäre nicht stuttery. Aber die sind an schlechte Performance, undurchdachtes Design und unnötige UX-Hürden gewöhnt. Und vielleicht ist es denen sogar komplett egal. Okay.

Aber ich frage mich trotzdem – man hat also irgendwann Industriedesign, Produktdesign oder einfach nur Design studiert und arbeitet bei Acer oder HP… und von oben kommt die Anweisung, jetzt mehr wie Apple auszusehen… und dann baut man das eben nach, packt ein paar Dinge rein die scheiße sind für die dummen, die dann denken mehr wäre immer besser und geht am Ende nach Hause in seine IKEA-Wohnung und ist glücklich? Ich denke nicht. Ich denke nicht, dass man solche Menschen überhaupt Designer nennen kann.

Designer nämlich leben so. Und denken so. Und sind so großartig. (via JN-S, den Typen. Nicht die Website. Er bekommt den Arsch nicht hoch. Was nicht stimmt.)












2011



Wenn Menschen sterben ist das immer ziemlich beschissen.
Wenn Menschen sterben, die man immer zu den wichtigsten in seinem Leben gezählt hat, die das sogar ohne Zweifel waren, ist das noch viel beschissener. Und unfair und überhaupt.

Aber man kann das nicht ändern. Man muss damit leben, so ist das nunmal.
Mir fällt das grundsätzlich relativ, ja manchmal sogar erschreckend leicht. Weil ich abschließen kann. Und Abschied nehmen irgendwie gelernt habe. Aber trotzdem – vor Allem bei Dingen, auf die man stolz ist, an denen man hart arbeitet, also Dinge, bei denen man manchmal ein bisschen unsicher ist… ob sich die harte Arbeit lohnt, sich fragt, wofür man den Kram eigentlich macht und so weiter… da fehlt mir seine Meinung, seine Motivation, mich zu motivieren. Die Gespräche und die anderen Sichtweisen und überhaupt eben einfach seine Weisheit.

Ich habe mich immer gefragt, ob Ärzte wirklich irgendwann auf den Gang kommen, den Kopf schütteln und dann sagen, sie hätten alles getan. Tun sie und das ist der schlimmste Moment.

Ich habe viel gelernt im letzten Jahr. Das umzusetzen, dafür ist 2012 da, davor ging das nicht.
Ich habe einiges vor, alte Sachen, neue Sachen. Das hier.

Mein Ziel für Fuck Yeah Internet habe ich mir realistisch gesetzt, weil ich das hier immer nebenbei machen will. Nach den ersten zwei Monaten bin ich zufrieden, ich hatte drei, vier beeindruckende Tage nach Verlinkungen, sonst plätschert das so vor sich hin. Das geht besser aber ist vollkommen in Ordnung. Am Ende des Jahres hätte ich trotzdem gerne 500 Subscriber. Das wär schön. Wie man das schafft ist die Frage, denn wenn man niemanden hat, der das hier liest, wird es auch niemand weitersagen. Und dann muss natürlich der Inhalt awesome sein, was am wichtigsten wäre.

Aber ich denke, dass durchhalten erstmal ziemlich sinnvoll ist. Und weil es mir nicht schwer fällt und sogar ziemlich viel Spaß macht, wird sich der Rest ergeben. Irgendwie.

Ich möchte nicht mit dem Rauchen aufhören, ich möchte mehr trinken und ich möchte weniger schlafen.
Sonst möchte ich einfach besser werden.
Mein Studium ist mir relativ egal, jedenfalls notentechnisch. Trotzdem werde ich das weitermachen. Entgegen meiner sonstigen Überzeugung, Dinge nur zu tun, wenn ich sie auch für hundertprozentig sinnvoll halte. Ich möchte das mal ausprobieren.

Ich möchte, dass sich 2012 ein paar Dinge verändern, andere sollen bitte bis ich sterbe genau so sein wie sie jetzt sind.

Aber die Hauptsache muss immer sein dass ich am Ende sagen kann… my dad would approve.












Mittelfinger



Mal ganz kurz zu diesem Bullshit hier…

“oooooh, der hat mir auf einem Profilbild auf einem Social Network den Mittelfinger gezeigt, ich fühle mich total gemobbt und beleidigt und überhaupt und bin eh die größte Pussy, mimimi”. 

Das lese ich, wenn irgendwer meint, dass MG das Bild niemals hätte hochladen dürfen. So. Ende. Was für ein Schwachsinn. Dass deswegen eine Diskussion über freie Meinung, internationale Unterschiede in Handgesten und die Existenz von Gott ausbricht… ey… Nichts zutun, zwischen den Feiertagen?

Mal davon abgesehen: Wer zum Teufel benutzt denn überhaupt G+, um sich darüber aufregen zu können? Ja, MG, aber er meint ja selbst, dass das meiste, was da zurückkommt, dummer Spam ist, was ich mir vorstellen kann. Idioten. Alle.

So. Jetzt Silvester.












Zukunft II



Wie das wohl ist, wenn wir unseren Kindern die Filme zeigen, die während unserer Kindheit und ein bisschen darüber hinaus, jedenfalls bis die Kinder geboren sind, groß und gut waren?

Wie wird das wohl, wenn wir eines Tages in unseren Wohnzimmern sitzen und unseren 10, 11, 12jährigen Kindern das erste Mal Harry Potter zeigen? Oder Herr der Ringe? Oder Matrix? Oder wasauchimmer?

So wie unsere Eltern, die sich irgendwann mit uns hingesetzt haben und uns Star Wars zeigten? Oder Indianer Jones.

Ja, schon klar, Herr der Ringe und Harry Potter basieren auf Büchern und die sind viel besser, halt die Fresse.. Die sollen unsere Kinder natürlich auch lesen. Aber beides ist so unendlich magisch und awesome. Als Film. Ich freue mich da jetzt schon drauf.

Ich weiß noch wie es war, als mir mein Papa zum ersten Mal die Indianer Jones-Filme gezeigt hat. Harrison Ford war danach mein ewiger Held und überhaupt. Finden unsere dann Snape supercool? Oder Gandalf? Oder Aragorn?

Ich finde das ziemlich interessant und spannend, weil ich meinen Kindern natürlich später zeigen will, was ich cool fand, was irgendwie Impact hatte, als ich noch jünger war. Und da spielen Filme natürlich ne große Rolle.

Ich glaube nicht, dass das so krass wird, wenn es irgendwann um die Computer geht, die die benutzen werden. Natürlich, bis dahin sind es, bei mir jedenfalls, noch über 10 Jahre, dann bin ich 33, dann könnte das so langsam los gehen mit Kindern. Aber trotzdem – wir werden nicht so hinterher sein wie einige unserer Eltern. Aber bei Filmen… ach keine Ahnung, Weihnachtsgedanken oder so.

Das war übrigens awesome, ich mag Weihnachten, sehr sogar.












Weihnachten



 

 

 

 

 

 












Zukunft



Es muss ungefähr 1996 gewesen sein. CeBit oder so. Vielleicht war es auch viel früher, vermutlich sogar. Ich erinnere mich, dass ich mit meinem Papa vor dem Fernseher saß und irgendwo ein Bericht zu irgendeiner Technikmesse lief.

Nokia war wichtig, damals, sehr sogar, und stellte irgendeine Iteration vom Communicator vor, ich glaube es war diese. Und ich war unglaublich beeindruckt. Sowas hatte ich noch nicht gesehen, ich war jung, sehr jung, und fand, dass das sehr viel von Zukunft hatte. Ferner, unglaublich ferner Zukunft.

Mein Vater meinte, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis bestimmte Leute, Lehrer zum Beispiel, fast nur noch mit sowas rumliefen, damit alles organisierten. Das Ding war wirklich… wow. Man konnte es aufklappen, verdammt noch Mal! 1996, damals sahen Laptops so aus

Ich habe mir dann vorgestellt, wie das wohl wäre. Wenn einige wenige, superwichtige und coole (man muss dazu vermutlich wissen, dass mein Grundschullehrer ungefähr einer der tollsten Menschen war, die mir je begegnet sind, ich also ein sehr, sehr gutes Bild von Lehrern im allgemeinen hatte) Menschen irgendwann in 10 Jahren, wie mein Papa voraussagte, vermutlich aber später, mit aufklappbaren Mininotesbooks durch die Gegend rennen würden mit denen man auch noch telefonieren könnte, auf denen alles gespeichert wäre. Hausaufgaben, Termine, Notizen…
Ich war damals ein ziemlicher Organizer-Nerd war, ich hatte sowas und war damit der Zeit gefühlte 100 Jahre voraus, was an Achtung: Streng Geheim lag, die hatten sowas ähnliches und konnten damit mit ihren Alpha Centauri-Freunden videotelefonieren und spannende Fälle lösen, und ich hab alles in dieses Ding eingetragen. Die Nummer von Mama, die Nummer von Papa, mobil und Arbeit, die Nummer von meiner Tante und irgendwelche kryptischen Sätze – die Entwicklung hätte da stoppen können, viel mehr konnte ich mir eh nicht vorstellen. Und wenn dann erst, wenn ich selber Kinder hätte.

Und dann sagt mein Papa, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis coole Leute sowas hätten wie den Communicator. Denn die Preise würden sinken und irgendwann würden die vielleicht sogar ein Farbdisplay haben. JA GENAU. ALS OB, PAPA.

 

Wir regen uns heute darüber auf, wenn Pinch-To-Zoom-Animationen sloppy sind, wir streiten uns darüber, welches Nur-Touchscreen-Handy das beste ist, denn es gibt mehr als ein Modell (!!!!!!), wir rasten komplett aus, wenn wir in der U-Bahn das Signal verlieren oder die Facebook-App rumspackt. Wir packen Dual-Core 1,2GHZ-Prozessoren in unsere Handys und gucken Filme, spielen Spiele, haben das komplette fucking Internet in der Tasche und hören immer und überall Musik.

Wenn das jemand meinem früheren Ich erzählen würde, würde ich das nicht glauben. So wie ich meinem Papa, und ich habe ihm alles geglaubt, nicht geglaubt habe, dass es irgendwann Communicator in Farbe gibt. Unser Laptop damals hatte noch ein Monochrom-Display. Wie soll das dann bitte im Communicator funktionieren?

 

Die Ansprüche sind mit der Entwicklung gestiegen und teilweise darüber hinaus. Das ist legitim und gut. Man darf sich darüber aufregen, dass bei Dual-Core 1,2GHZ-Prozessoren die Pinch-To-Zoom-Animation sloppy ist. Man darf sich auch darüber aufregen, dass die Facebook-App ziemlich schlecht ist. Und überhaupt hat das alles seine Berechtigung. Aber manchmal vergessen wir, dass wir in einer ziemlich utopischen Zukunft leben. Ich, zumindest.
Leute wie ich, die in einer Zeit aufgewachsen sind, in der es das Internet zwar schon gab aber erst mit dem eigenen Aufwachsen zu dem wurde, was es heute ist, die also nicht mehr wirklich aktiv die Zeit von 56k-Modems mitbekommen haben und nur noch so ungefähr wissen, wie das klingt, weil man damals schon kurz davor war, das anders zu regeln. Leute, die nur am Anfang ihrer Zeit noch Spiele auf Disketten hatten und deren erster eigener Computer der Alte mit Windows 3.11 war, man DOS also nicht mehr so aktiv brauchte, und eben Leute, deren Eltern schon erste Handys hatten, die wenigstens so aussahen haben die Entwicklung viel indirekter miterlebt, viel passiver und gleichzeitig näher am echten Leben. Als man angefangen hat, Screenfun zu lesen. Die Entwicklung ist mit unserer Fähigkeit aufzunehmen fortgeschritten. Wir wurden älter und fähiger, die Technik neuer und fähiger. Deswegen haben junge Leute auch kein Problem damit, alle Neuerungen im Blick zu behalten, wenn sie wollen und deswegen sind wir der Zeit immer einen Schritt voraus, weil wir ungefähr vorbereitet sind. Wir wissen noch, wie das ist, wenn man Antennen aus Handys zieht aber nicht, wie es ohne Handy ist.

Deswegen sehen wir das absolut Neue und Beste immer als selbstverständlich an und das ist okay. Das haben Generationen vor uns auch schon getan. Aber anders, langsamer. Die Generation nach der Generation in der das Telefon erfunden wurde hat das Telefon zwar schon als mehr oder weniger selbstverständlich wahrgenommen. Als meine Mutter ein kleines Kind war, irgendwann in den 60ern, hatte aber noch lange nicht jeder Haushalt ein Telefon, jedenfalls nicht auf dem Dorf. Und trotzdem hat man nicht mehr ehrfürchtig vor dieser Wundermaschine gesessen. Tun wir auch nicht. Aber die zehn Jahre die mein Vater anberaumt hatte für einen Farbcommunicator waren 2006 vorbei. Und da waren wie schon viel, viel weiter. Ein Jahr später kam das iPhone, dann war eh alles anders.

Wir haben natürlich das Recht, uns über bestimmte Dinge aufzuregen und uns an dem sich an jedem Tag ändernden Niveau angepasst zu beschweren. Aber manchmal wird mir klar, dass wir in der Zukunft leben. In dieser utopischen Wunderwelt voll mit Dingen, die ich mir als kleines Kind zwar ansatzweise erträumt aber nie als realistisch vorgestellt habe.

Heute haben nicht nur Lehrer ein iPhone. Vermutlich haben sogar grade Lehrer keins.

Aber manchmal ist mein iPhone doch wieder nur der Personal Organizer von damals, in den ich randomly Sachen eintippe und mit dem ich so tue als sei ich James Bond.

Ich kann damit heute sogar fucking Hubschrauber steuern. Aber das reizt mich gar nicht mehr. Selbstverständlich kann ich damit Hubschrauber steuern, das ist ja wohl das Mindeste.












Patente



Eigentlich ist mir das Thema zu dumm. Aber vielleicht möchte ich dazu doch was sagen.

Es ist nämlich so, dass wenn man ein Patent hat, man das verteidigen muss. Man muss Leute, die das, was das Patent beinhaltet ohne Erlaubnis benutzen, darauf hinweisen und das macht man üblicher Weise im Gericht. Wenn man das nicht tut, und das ist sehr logisch, verliert man das Patent, weil es einen dann ja offenbar nicht interessiert, was mit diesem Ding, der Technik oder dem Wasweißich passiert. Wenn man also klug ist, hat man, als man als erstes ein gutes, nutzbares Touchscreen Handy auf den Markt gebracht hat, alles mögliche patentiert. Von der Idee zu diesem Slide To Unlock-Ding bis hin zu so Features wie dass eine in einer SMS enthaltenen Email-Adresse automatisch zu einem touchbaren Link wird. Das hat zum Beispiel Apple gemacht. Und vor Apple haben das ganz andere gemacht, also irgendeinen Scheiß patentieren lassen.

Es ist jetzt also so, dass wenn Apple irgendwen verklagt (oder Samsung oder HTC oder Motorola oder Google oder wer auch immer, denn das tun sie alle), sie nichts anderes tun als ihr Patent zu verteidigen, was sie müssen, weil sie das Patent sonst verlieren und das kann ja nicht in deren Interesse liegen.

Das heißt nicht, dass es sehr sinnvoll ist, irgendwen wegen Smilies zu verklagen. Oder dass es sinnvoll ist, jemanden zu verklagen, weil die in ihren Handys die Funktion eingebaut haben, dass man auf Telefonnummern in Emails tappen kann und die dann wählt.

Andererseits ist es sehr sinnvoll, irgendwen zu verklagen, weil die im Prinzip die selbe Slide To Unlock-Geste eingebaut haben, während es andere schaffen, das Patent zu beachten und andere Lösungen finden, Microsoft zum Beispiel. Und es ist ebenfalls sehr sinnvoll und ratsam, klug zu sein und sich eben alles mögliche zu patentieren, damit man später, wenn Samsung fleißig zu kopieren anfängt, eine Handhabe hat gegen so Idioten wie die von Samsung.

Apple und all die kommen also einfach ihrer Pflicht als Patenthalter nach.

In dieser ganzen Kacke waren die Leute von Apple vielleicht nicht die besten oder coolsten. Aber sicher die klügsten. Denn als man eine ganze Industrie revolutioniert hat, hat man eben einfach alles patentiert und verteidigt das jetzt.

Es ist aber nicht Apples Schuld oder die von sonst irgendwem, es ist das System, das vollkommen kaputt ist. All die ganzen Leute, die sich gegenseitig verklagen, spielen nach den Regeln. Das ist alles.

Und deswegen ist, und deswegen komme ich darauf überhaupt, dieser Artikel vollkommener Blödsinn und extrem dumm. Via Ben Brooks.












WordPress / Interview Grandview



Ich bin sehr zufrieden mit wie das hier aussieht. Ich bin zwar bei der Umsetzung von meinem Photoshop-Grid abgewichen und hab auch sonst eigentlich alles falsch gemacht, weil ich sowas (HTML, CSS, jQuery und den ganzen Mist) nicht beherrsche aber ich denke für ein Wochenende Arbeit ist das ziemlich gut. Es ist jedenfalls alles so wie ich es haben wollte und das ist wichtig.

Was ich eigentlich wollte war aber, auch um mich und Michael ein bisschen unter Druck zu setzen, anzukündigen, dass hier bald ein vermutlich ziemlich großes Interview kommt. Also umfangreich. Mit dem Entwickler von Grandview, Michael Petruzzo. Vermutlich wird es in dem Interview am Ende sogut wie nicht um Grandview gehen. Weil Michael ziemlich awesome ist und ziemlich viel awesome-e Sachen zu erzählen hat und das ist awesome. Aber Grandview ist genau so toll und deswegen wird es auch ein bisschen darum gehen.

Ich habe mir überlegt, dass es drei Versionen geben wird. Zwei gekürzte, eine auf Deutsch und eine auf Englisch. Und dann wird es noch die ungekürzte Superversion geben, auch auf Englisch. Und ausserdem werde ich zum ersten Mal überhaupt Bilder einbinden. Yeah.

Aber im Ernst, sich mit Michael zu unterhalten macht jetzt schon riesig Spaß und wir haben im Prinzip noch nicht Mal angefangen, über das eigentliche Thema zu reden. Mehr dazu dann irgendwann demnächst, nach noch ein bisschen Abfuck-Kram, es geht nur im Moment einfach nicht so viel. Und das was geht interessiert mich nicht. So.












Umzug



Das hier ist von Tumblr zu WordPress umgezogen. Deshalb gibt es eventuell ein paar zu viele Feeditems, vielleicht (100%ig) funktionieren alte Links nicht mehr und der Umzug der .com-Domain dauert auch noch ein bisschen. Sorry dafür. Irgendeinen Feed neu abonnieren muss aber niemand. Von den Dreien.












Flamewar



Ich hab darüber indirekt ja schon Mal geschrieben. Aber im Moment schlagen sich grad Josh Topolsky und MG Siegler und eventuell auch John Gruber die Köpfe ein. Wegen diverser Dinge, die mir eigentlich mehr oder weniger egal sind. Einen Punkt allerdings finde ich ganz wichtig:

Es geht um Objektivität bei Reviews. Das klang schon bei On The Verge an, übrigens muss man das sehen, beide Folgen und alle danach, großartige Show, wo Gruber zu Topolsky meinte, dass er ziemlich angefressen sei von dieser ganzen “pseudo-objective”-Scheiße, die Techblogs gerne mal schreiben und er sich eher als Kolumnist sieht. Wie sich Gruber sieht ist mir egal, ich finde das cool und so aber spielt hier jetzt keine Rolle.

 

Und MG meint, dass Topolsky eben genau das zu sehr macht. So sehr versucht, alles von fünf Seiten zu betrachten, zu sehr versucht objektiv zu sein, was eben unmöglich ist.

 

Ich liebe MGs “An iPhone Lovers Take On…“-Artikel, weil die ehrlich sind. Jedes Mal. “Okay, Leute, ich gucke mir das hier an aber seid gewarnt, ich bin ein iPhone-User, aus diversen Gründen, und weil das für mich das Nonplusultra ist, werde ich jetzt gucken, ob das [Gerät] das iPhone für mich ersetzen könnte oder wie nah es da ran kommt.”. Man muss mit seinen Schlüssen am Ende nicht übereinstimmen. Aber er macht es genau richtig – er setzt einen Idealwert an, iPhone, denn das ist ja für ihn persönlich das beste, und misst andere Geräte an diesem Idealwert. Was bitte, wenn nicht das, ist für einen Leser am Ende von Mehrwert? Man kann dann ja für sich selber entscheiden, ob einem ruckelige Seitenscroll-Performance auf den Geist geht oder eher unwichtig ist und den Teil überlesen. Und jetzt stellen wir uns mal vor, das würde jeder so machen. Jeder würde für sich selbst einen Idealwert ansetzen und alles daran messen. Jeder, der eine “zählende” Meinung hat.

 

Beispiel… Ich bin auf der Suche nach einem Handy. Ich weiß, dass es das iPhone gibt und ich habe auch vom Galaxy Nexus gehört und auch vom Lumia 800. Ich habe aber sonst keine Ahnung. Und jetzt kommt erst Siegler, der das Nexus reviewt, von seinem iPhone-User Standpunkt aus und das Nexus kommt sogar relativ gut dabei weg. Weil ich intelligent bin weiß ich, dass das allein nicht reicht, um mir ne Meinung zu bilden. Also lese ich auch Josh Topolskys Review zum iPhone aus der Sicht von einem Android-User. Ah okay, er findet das iPhone ziemlich geil aus irgendwelchen von ihm genannten Gründen, kommt aber zu dem Schluss, dass das Nexus, das er zur Zeit benutzt, aus den und den Gründen für ihn besser ist. Okay, eine Meinung mehr, vielleicht hat er sogar einen Punkt aufgeworfen, den MG vergessen hat, weil er das iPhone täglich benutzt und deshalb vielleicht irgendwas übersieht, awesome, ich bin schon ein bisschen intelligenter. Und dann kommt… John Doe und reviewt das Lumia 800 von Nokia und hat vorher ein BlackBerry benutzt. Oder ein iPhone oder ein Android oder wasauchimmer. Und er findet das Lumia besser als sein iPhone.

 

Klar, jetzt hab ich von niemandem eine Kaufempfehlung zu irgendeinem Gerät aber ich kann durch die Punkte gehen und mir überlegen, welcher Punkt aus welcher voreingenommener Meinung mir am wichtigsten ist und meine Kaufentscheidung darauf ausrichten. Ich weiß ja, als intelligenter Mensch, dass man nicht objektiv sein kann, wohl aber fair und gehe davon aus, dass die das sind, weil die drei sind ja gute Menschen und deswegen wähle ich am Schluss das Gerät, das nach drei verschiedenen, von unterschiedlichen Standpunkten kommenden Meinungen, das beste ist. Ich weiß ja auch, dass jemand, der ein Android-Phone benutzt, eventuell auf manche Dinge weniger Wert legt als jemand, der ein iPhone benutzt und umgekehrt. Und im Moment würde ich, wenn ich sonst keine Ahnung hätte, übrigens vermutlich das Lumia 800 kaufen.

 

Aber ist das nicht unendlich näher an der Realität als jemand der ja schon vorher irgendein Handy benutzt und dann so tut als wäre er objektiv? Ist es nicht ehrlicher und fairer, wenn jemand von vorn herein sagt, dass er aus Gründen eins, zwei und drei voreingenommen ist und deshalb den Artikel “An iPhone Lovers Take On…” nennt? Weil man dann doch weiß woran man ist. MG sagt, nachdem er einen Abschnitt von Josh zitiert hat, in dem der sagt, dass er denkt, dass das Nexus eines der besten Handys sei, dass das eben Blödsinn ist. Weil er nicht mehrere Handys kaufen kann. Er will lesen “Ja, kauft das hier, das ist das beste. Punkt.”. Das mag aus meiner Sicht nicht stimmen, aber dann bin ich doch klug genug, das für mich selbst zu entscheiden. Dafür brauche ich niemanden, der versucht, es für alle möglichst vorsichtig auszudrücken.

 

Und so kommen wir wieder zurück zu Gruber, der von sich selbst eher als Kolumnist denkt als als Journalist oder Reporter. Mir ist doch die ehrliche Meinung des Kolumnisten, die unglaublich biased sein kann, klar, lieber als die des Journalisten, der meint, er könne für mich denken.

 

In den Kommentaren auf Facebook zu MGs Artikel meint einer, dass MG unrecht hätte. Denn er, dieser Kommentator, wäre doch mündig und fände es beschissen, wenn andere versuchen seine… “when others are trying to make his mind up”. Mir fällt keine deutsche Übersetzung ein. Aber genau das tun die doch nicht. They are making their own minds up. Not yours. Und wenn er so mündig wäre, hätte er das verstanden denn dann wäre er eben nicht angewiesen auf von Gruber so treffend bezeichneten pseudo-objective bullshit.

 

Ich bin auf MGs Seite hier. Und auf Grubers. Und nicht auf Topolskys. Nicht, weil ich finde, dass Topolsky ein Idiot ist, weil er Android benutzt. Aber er verliert bei mir street cred ohne Ende, wenn er die ganze Zeit versucht es allen recht zu machen und wenn das dann nicht klappt und jemand, der wenigstens dazu steht, dass er irgendwas benutzt und definitive Aussagen trifft an die er selbst ja nicht den Anspruch stellt, allgemeingültig zu sein, irgendwo Off-Topic darüber abfuckt. Abfucken schön und gut, bin ich ja ein Fan von. Aber im Gegensatz zu Siegler, der einfach nur kritisiert, dass im Techjournalismus niemand Eier hat, und das nicht nur kritisiert sondern mit einem für ihn positiven Beispiel vorran geht und auf diese Pseuso-Objektivität scheißt, flamet Topolsky auf ner ganz niedrigen Ebene einfach rum. Und verkackt es sogar noch, seine Argumentation auf anständigen Grund zu bauen, weil er von falschen Annahmen ausgeht. Dass das iPhone nämlich teurer wär als das Nexus, was nicht stimmt. Das superobjektiver Technikjournalist sollte er das besser können.

 

Trotzdem muss ich sagen, dass ich The Verge übrigens unglaublich awesome finde. Hands down die beste Technikdingsbumsseite überhaupt und seit Jahren. Das grundlegende Konzept, das Design, die Artikel (die nicht Reviews sind und selbst die teilweise), ich sage nur “A Visual History…”, awesome. Echt genial.

 

Aber Topolsky als Person jetzt in diesem Augenblick… ja, wie gesagt, street cred verloren. Ziemlich viel, sogar












Business



Ich kenne mich mit sowas nicht aus. Weil mich das alles auch eigentlich nicht interessiert. Businessmodelle sind mir egal, bis sie mich als User beeindrächtigen.

 

Instagram zum Beispiel. Benutze ich nur manchmal, aber mal angenommen, das wäre so eine der meistbenutzten Apps auf meinem iPhone. Ist ja bei manchen so. Instagram ist nämlich kostenlos und hat keine Werbung, sieht einigermaßen cool aus und ist ja auch ziemlich awesome. Aber irgendwann muss Instagram eben Geld machen und dann passiert sowas.

 

Die User Experience war also, dass man eine ziemlich coole kostenlose App runtergeladen und benutzt hat, man hat viel geshared, hat ein paar Follower und auch sonst findet man das ziemlich cool, weil man sich gerne Photos von Leuten aus der ganzen Welt anguckt. Und dann packen die, nach Jahren, irgendwann gesponsorte Photos da rein. Natürlich werden die nicht allzu in die Fresse sein, nehme ich an. Aber trotzdem – der einzige Weg, damit wirklich Geld zu verdienen wäre, diese gesponsorten Bilder ungefragt in die Timelines zu packen. Das will niemand. Klar, kann man grad überscrollen, dafür, dass der Kram dann kostenlos bleibt. Aber ich bin nicht der Meinung, dass Instagram das durchziehen kann, ohne ne Menge Leute anzupissen. Ich habe keine Lust, irgendwelchen Brands zu folgen. Deswegen benutze ich den Kram ja nicht. Und erstrecht will ich deren Produktbilder nicht ungefragt in meiner Timeline.

Wärs nicht klüger gewesen, daran vorher zu denken? Am Anfang vielleicht 0,79€ zu verlangen, für ne App die ja nun wirklich viel bietet wäre das ja fast geschenkt und damit zu leben, dass sich ein paar wenige, die denken, 2,79€ für ne App wäre schon viel zu viel, die App nicht kaufen? Oder ein bisschen dirty: Am Anfang für ein paar Wochen/Monate kostenlos und ab dann 2,79€? Dafür würde man später User nicht abfucken, hätte ne Basis aufgebaut und 2,79€ sind auch noch günstig. Oder halt 1 irgendwas… ach whatever.

 

Ich mein… so hat man doch so oder so verloren. Man hat ne Menge Geldnicht gemacht die letzten Jahre und muss jetzt eben sowas wie Sponsored Stories anbieten, um Investoren wenigstens noch ein bisschen zu befriedigen.

 

Oder Twitter… Alter… Twitter. Dickbar, anyone? Twitter for iOS 4.0, anyone? Man kann nach hinten raus die User doch nur anpissen, wenn man erst kostenlos ist, für eine lange Zeit, und einem dann plötzlich auffällt, dass man ja ganz gerne Geld hätte. Keine Sau interessiert sich für irgendwelche gesponsorten Trends. Man will Twitter benutzen, wie man das gelernt hat. Kostenlos, schnell und einfach. Twitter ist aber ja noch eine Art Sonderfall. Weil Twitter im Gegensatz zu Facebook zum Beispiel nie echte Werbung hatte. Hätte ja auch nicht ins Design gepasst. Was versucht man also, und das ergibt ja irgendwie Sinn? Man führt eben so Sachen wie Trending Topics ein, tut so als wär das supercool und packt dann immer noch Mal irgendwas bezahltes nach oben. Aber weil Twitter keine App ist, jedenfalls nicht nur, ist es natürlich schwer, dafür irgendwie Geld zu verlangen. Dabei bin ich mir sicher, dass es genug Leute gäbe, die für Twitter sehr gerne Geld bezahlten. Und für die App erstrecht. Tweetie war erst kostenlos, nachdem Twitter atebits gekauft hat. Und Twitterrific war auch mal teuer. Und die kostenlosen Apps waren eben schlecht. Ich mein… Tweetie hat sogar NOCH MAL Geld gekostet, von Version 1.irgendwas auf 2. Und die Leute haben das gekauft. Weil man wusste, dass das ein Programm ist, dass es wert ist.

 

QUOTE.fm fiel mit in diesem Zusammenhang wieder ein, auch wenn das ja natürlich ein bisschen anders ist. Trotzdem – Ich fand die neuen Apprentice-Accounts zuerst ziemlich cool. Hat ein bisschen Mehrwert für die gebracht, die keinen Invite-Code haben. Jetzt bin ich also Apprentice. Aber, und es kann ja sein, dass ich irgendwas übersehen oder nicht gelesen hab, um an einen Invite-Code zu kommen muss ich trotzdem noch betteln gehen. Weil ich ja als Apprentice keine Möglichkeit habe, mich zu profilieren und denen, die die Invite-Codes haben zu zeigen, dass ich es wert wäre. Das kann Taktik sein und niemand weiß, was die noch so planen, klar. Und Marcel Wichmann hat ja schon angekündigt, dass das nur der erste Schritt ist. Aber nichtsdestotrotz hätte ich es ziemlich awesome gefunden, noch eine zusätzliche Accountart anzubieten: zahl X€, um zu zeigen, dass du uns unterstützen willst und zu zeigen, dass es dir wichtig genug ist und du wirst Benutzer mit allen Privilegien – ausser Invites. Zum Beispiel. So nach dem Motto “kauf dich ein aber dafür musst du dich dann alleine durchschlagen”. Man kann ja davon ausgehen, dass wenn das dann 5€ kostet, einmalig, oder von mir aus auch 9 oder 10, was ich fast noch günstig finde, sich tatsächlich nur Leute anmelden, die von sich denken, sie könnten dazu beitragen. Wenn die das dann nicht tun… auch egal, niemand wird denen folgen, die brigen ihre Idiotenfreunde nicht mit, weil sie keine Invites haben und bezahlt haben sie trotzdem. Winwin. Wenn sich herausstellt, dass ein paar der User tatsächlich einfach übersehen wurden, als die Invites verteilt wurden… auch super. Auch bezahlt. Auch gute Textzitierer. Winwinwin. Ich würde denen gerne Geld geben. Nicht, weil ich denke, dass die das bräuchten oder weil das meine einzige Möglichkeit wäre, an so einen Account ranzukommen, das interessiert mich sogar eher weniger aber ich würde mich freuen, helfen zu können.

 

Und dann gibt es natürlich noch Konzepte, die schlichtweg so simpel und genial sind, dass man sich fragt, warum man da nicht drauf kommt -RedLaser zum Beispiel ist eine dieser Apps mit denen man im Saturn den Staubsaugerbarcode photographieren kann und dann guckt die App nach, ob das bei Amazon nicht günstiger ist. Und die Links zu dem Produkt bei Amazon sind natürlich Partnerlinks und deswegen verdienen die Geld. Weil selbst wenn man den Staubsauger nicht direkt auf dem iPhone kauft, schickt man sich den Link vermutlich per Mail oder so. Oder teilt den bei Facebook. Oder sonstwas. Awesome.

 

Oder Stamped, die auch Partnerlinks benutzen.

 

Ich komme da überhaupt drauf, weil ich vor ein paar Tagen das hiergelesen hab. Und die kleine Tabelle da stimmt. Und ist trotzdem unendlich einfach. Und ich finde, dass für gute Dinge Geld bezahlen wichtig und richtig ist. Und ich andererseits öfter mal gerne die Möglichkeit dazu gehabt hätte, um später so eine Instagram-Kacke vermeiden zu können. Ich weiß nicht, ob ich ganz am Anfang für Twitter bezahlt hätte – ich hab aber für Tweetie bezahlt.












Objektivität



Manchmal ist Objektivität echt super. Darüber will ich aber gar nicht reden. Weil das eh klar ist.

Meistens allerdings ist Objektivität scheiße und unnütz.

 

Zum Beispiel bei Reviews von irgendwas. “Gerät XY ist eigentlich generell nicht so gut, aber aus Perspektive AB betrachtet, ist Feature AO vielleicht für manche nicht so schlecht” ist eine Nullaussage. Sowas zu lesen bringt niemandem irgendwas.

 

Ich komme darauf, weil in einer der letzten Episoden von Build & Analyze Marco Arment meint, dass sein Review vom Kindle Fire oder Kindle Touch oder so besser wäre, als das von so einem Typen, der meint, dass Marcos Review kacke wär, weil er zu subjektiv da ran geht.

 

Na aber wie denn sonst?

 

Wenn man irgendetwas reviewt, dann benutzt man es vorher idealerweise. Und wenn man etwas benutzt, dann baut man das automatisch in seinen eigenen Workflow ein – wenn das Gerät dann beschissen ist, ist es beschissen. Ganz einfach. Klar, für ihn, aber er ist ja auch der, der da schreibt. Ich finde ehrliche Menschen eben besser als unehrliche und deswegen finde ich, dass manchmal Objektivität alles andere als gut ist. Ja.

 

Ich würde sogar sagen, dass Objektivität meistens was für Feiglinge ist. Sei doch einfach ehrlich und besteh auf deiner Meinung, nachdem du dir sicher bist, dass sie die richtige ist. Mimimi wie kann denn eine Meinung richtig sein und eine falsch mimimi? Ganz einfach: Kann sie nicht. Es hilft aber trotzdem niemandem, alles von fünf Seiten zu betrachten und abzuwägen und so zu tun als könne man überhaupt objektiv über etwas sprechen.

 

Und dass das auch in der Realität so ist, sieht man zum Beispiel an Android und iOS. Ganz objektiv betrachtet, sind Android-Handys sicherlich besser als das iPhone. Vom Display abgesehen. Die haben nämlich vielleicht viel bessere Prozessoren, mehr Ram, Pipapo. Aber das ist alles unglaublich egal, sobald es an die Erfahrung geht, die man mit einem Gerät macht. Was bringt dir ein auf dem Papier objektiv besseres Gerät, wenn du daran keinen Spaß hast, weil das iPhone zwar vielleicht nicht ganz so viele Cores hat, sich aber trotzdem besser anfühlt? So und das wäre dann natürlich subjektiv, weil das muss eben jeder für sich selbst entscheiden. Trotzdem werde ich nicht so tun, als fände ich Android supergeil weil ich finde, dass das Scrollen trotz mehr Cores ruckelt, dass alles länger dauert und nicht so flüsig ist und weil Apps aussehen wie hingekackt. Findest du nicht? Super, dann ist ja alles gut.

 

Das Ding ist doch… heute versuchen immer alle, es allen recht zu machen. Aber warum? Was ist das für ein Schwachsinn? Sag doch einfach, wenn dir was nicht passt, wenn du denkst, dass irgendwas komplett beschissen ist und dir egal ist, ob das aus Perspektive B vielleicht gar nicht so kacke ist, weil du es eben aus Perspektive A betrachtest und das die ist, die für dich wichtig ist. Warum haben immer alle angst, verletzend zu sein? Scheiß doch drauf. Wer sowas persönlich nimmt ist eine Mimose. Mimimimose.

 

Klar, man muss bestimmte Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Keine Frage. Aber vieles eben auch nicht. Solange, und das ist wichtig, solange du weißt, wovon du redest.

 

Mir ist ein Review von Marco, in dem er schreibt, dass das Gerät beschissen ist weil [Grund, egal wie subjektiv] so viel lieber als irgendein schleimer beim WSJ, der versucht, alles für eine möglichst breite Masse zu schreiben und deswegen finde ich auch unendlich sympatisch, wenn Marco dann sagt dass sein Review besser ist, weil es den Leuten eher hilft, als gehaltloses Geschwafel.

 

Klar kann man falsch liegen. Das ist aber ganz leicht zu vermeiden – sei dir einfach sicher.

 

Egal worum es geht. Ich bin mir sicher, dass Website X von Y genau so ziemlich gut ist. Ich weiß das, weil ich weiß, wie Websites aussehen müssen, damit die gut sind. Nicht notwendigerweise, weil ich so viele Websites gemacht hätte. Sondern eher weil ich genügend gesehen und für mich beschlossen habe, was gut aussieht. Und mit der Zeit hab ich ein Gefühl entwickelt für gutaussehende Seiten. Ausserdem ist es klug, Regeln zu brechen und Leuten vor den Kopf zu stoßen, weil sich sonst nichts ändert. Deswegen ist es auch klug, einfach mal alles gelb zu machen. Bam. Gelb. Deal with it or GTFO. Klar kann dann irgendein Spasti (note: Fag ≠ Fag) kommen und irgendwas von Farbverläufen und angenehmer fürs Auge plappern und meinen, dass alles gelb scheiße ist weil dann hat man keine Highlights und deswegen muss man da noch weiss mit reinpacken und am besten noch mehr Highlights und die Links farblich unterlegen weil, Zitat, “that’s design :)”, kann er machen und vielleicht hat er Recht, weil er das irgendwo irgendwann gelernt hat. Damals, als man noch Frames benutzt hat oder so. Trotzdem habe ich recht, wenn ich sage, dass das schwachsinn ist, weil man sich eben nicht an alle Regeln halten muss. Weil man eben auch mal was verschieben kann, was anders machen als andere, weils dann auffällt, weil das persönlich und gut ist weil naja, das macht die Sache doch aus. Wo kämen wir denn hin, wenn alle Websites aussehen würden wie aus dem 1&1-Homepage-Builder-Tool-3000? Richtig, in die Hölle.

 

Objektivität ist also für Leute, die keine Eier haben, die sich nichts trauen, die immer nur nach den Regeln spielen und die es immer allen recht machen wollen. Idioten, also.

 

Meistens.

 

Daaaaaas heißt natürlich allerdings nicht, dass man unhöflich sein muss. Kann man aber. Man muss nämlich manchmal einfach wissen, dass man richtig liegt und dass man besser ist. Warum sollte ich mich dafür interessieren, wie sich der andere fühlt, wenn ich ihm direkt und für ihn vielleicht beleidigend sage, dass seine Idee ziemlicher Bullshit war? Ist mir egal.

 

Klar könnte ich sagen “Jaa, sicherlich hast du einen richtigen Punkt aber wenn ich ehrlich bin, ist, meiner Meinung nach, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, diesunddas insofern besser als dass für den ein oder anderen genau das vielleicht unter denundden Umständen angenehmer ist”. Ich kann auch sagen “was für ein Quatsch, das ist awesome weil [Grund] und ich finde, dass du Blödsinn erzählst”. Dann bin ich ehrlich, tue nicht so, als wäre mir die Meinung wichtig und schmiere Honig ums Maul sondern sage einfach, wie ich denke. Undiplomatisch? Bestimmt. Taktisch nicht klug? Eventuell. Argumentativ sinnlos? Auf jeden Fall. Aber wer sagt denn, dass ich andere Menschen von meiner Meinung argumentativ überzeugen will? Das ist ja wieder ein ganz anderes Thema mit ganz anderen Regeln.

 

Mir ist übrigens auch klar, dass das nicht jeder so sieht. Dass man immer höflich und zuvorkommend sein muss um niemandem vor den Kopf zu stoßen und dass Objektivität und alles-von-zwei-Seiten-betrachten voll wichtig ist weil … ja, nee, doch nicht. Weil ist nicht wichtig. Nur manchmal












Scheiße



Das hier. Und das. Und überhaupt alle, die so sind.

 

Alles Douchebags. Alle. Weil… “Ich studiere Design, weil ich etwas bewegen möchte.” Aha. Ja, löblich und so, diesdas, aber ey…

 

Nein, im Ernst. Es gibt so diese eine spezielle Art von Menschen, von Leuten, die “im Netz” “unterwegs” sind, sich “im Web” auskennen und so, die daran schuld sind, dass 99% hier hässlich und dumm ist. Und ohne Aussage. Komplett.

 

Webdesign ist Kunst. Auch die Seite vom einzigen Notar in Eisenhüttenstadt kann gut aussehen, durchdacht sein, sinnvoll und mit Aussagen. Kein bullshit wie:

 

Um Ihnen integrierte Gesamtlösungen auf höchstem Niveau anbieten zu können, besteht [real existierende Agentur] aus Spezialisten aus allen relevanten Bereichen. Fein abgestimmt und auf gute Zusammenarbeit trainiert, finden wir kreative, neue und umfassende Lösungen, die Sie ganz und gar zufrieden stellen.

 

Was soll das heißen? Ist das nicht erstens einfach nur SEO-Speech und zweitens komplett selbstverständlich? Wenn ich jemanden suche, der mir meine Website macht, dann will ich doch selbstverständlich nur den, der mich zufrieden stellt. Was machen die denn jetzt besser als [andere real existierende Agentur]? Was ist aus Eiern geworden? Wo sind die Leute hin, die sagen “Okay, wir machen dir die beste Website auf der Welt. Versprochen.”? Die mit den klaren Aussagen?

 

Jaa, sicher, das soll selbstbewusst wirken und auch den ansprechen, der keine Ahnung hat und überhaupt, eben die Leute, die Leute brauchen für Websites. Aber trotzdem.

 

Wir sind originelle Strategen und gewissenhafte Kreative. Professionell und effizient setzen wir Ihr Anliegen in Szene. Gemeinsam bringen wir Erfahrung aus Agenturen, Redaktionen und Unternehmen mit. Als Hoffnungsträger bündeln wir unsere Kompetenzen. Wir können einiges. Für Sie tun.

 

Oh, wow, guck mal, die haben einen Satz in zwei gepackt weil die können nicht nur einiges und für mich sondern einiges für mich! Awesome! Die sind so super kreativ.

 

Nein, sind die nicht. Das sind Douchebags.

 

[real existierende Agentur] war schon immer das, was der Name sagt: eine Art großer und bunter Spielplatz. Ein Ort ohne Begrenzungen, mit absoluter Offenheit, großem Vertrauen und allen Möglichkeiten.

 

So. Ist das so schwer? Cool zu sein? Nicht so auszusehen wie Zeugen Jehovas, sich so auszudrücken und einfach mal die Eier auf den Tisch legen, sagen wir sind geil, wir sind awesome und besser als der Rest – hier ist der Beweis?

 

Offensichtlich ja. Ich mein hey, scheint zu funktionieren. Das Heer der an dummen Autoversicherungshochschulen ausgebildeten “Webdesignern” wird nicht kleiner, im Gegenteil, die können nichts, sind dumm, haben keine Ahnung, was modern ist und wie man modernes Design sinnvoll und von mir aus auch seriös verpackt, muss ja nicht jede Website aussehen wie die hier. Das kotzt mich an. Aber mehr abstrakt und eher wie einen ankotzt, dass Bielefeld aus der dritten Liga absteigt. Ist egal, kotzt mich aber trotzdem an.

 

Ich hab mit ein paar Menschen zutun, die unglaublich awesome sind. Ich würde ja gern verlinken aber leider bekommen die manchmal, wie die halt so sind, den Arsch nicht hoch, deswegen ist immer alles ein bisschen off-deadline, sozusagen. Aber das sind Menschen, die einfach ein Gefühl haben. Ein Gefühl für Ästhetik, für Proportionen. Die dir was zeigen können und sagen “guck, das ist schön” und du würdest zustimmen, weil die sehen, was schön ist. Jajajaja bla, Schönheit und Auge und so, fick dich, Objektivität ist für Leute die sich nicht trauen. Diese Menschen, die so viel mehr drauf haben, die so unglaublich viel wertvollere Teilnehmer wären an diesem ganzen Internetabfuck. Und dann wäre ich manchmal dankbar, nur so ganz heimlich und leise beim Tee, wenn es eine Kontrollinstanz gäbe, die Internetseiten erst approven müsste. Nicht inhaltlich. Optisch. Künstlerisch. Benutzbar oder nicht. Und der ganze hässliche unbenutzbare Scheißdreck würde verschwinden und das Internet wäre besser. Aber nee, das will ja irgendwie auch keiner, geht ja auch gar nicht, ist ja auch gut so.

 

Und dann… dann gibt es natürlich noch die, die Webdesign oder Grafikdesign oder Fickmichdesign studieren und damit bestimmt später mal super Karriere machen wollen aber nicht Mal ihr eigenes beschissenes Blogtemplate bauen können und sich stattdessen eins kaufen. Ein hässliches. Ungeeignetes. Für den Zweck. Für $40.

 

Okay, kann ich auch nicht. Ich studiere den Kram aber nicht. Aber was soll man erwarten, künstlerischen Anspruch? Wenn die Studenten freiwillig 600irgendwas€ im Monat bezahlen? Und die Hochschule einer Autoversicherung gehört? Eher weniger. Orrr.












Google



Ich erinnere mich an die Zeit, als Google aufregend war. Als die coole Sachen gemacht haben und man wusste, das nächste Ding wird technisch so beeindruckend und vermutlich so cool, das ändert alles. Ich weiß noch, als Google Mail Invite-Only war und ich erinnere mich an den public Launch vom Kalender. Hammer. Im Ernst.

 

Irgendwann vor Ewigkeiten hatte ich dann auch mal durch Zufall dieses kleine Männchen in den Maps entdeckt. Ich war grad dabei, mir Paris von oben anzugucken und dann war da das Männchen und dann hab ich da drauf geklickt und fuck, plötzlich stand ich mitten in dieser Straße. Ich hab mich dann daran erinnert, dass vor einem gefühlten ganzen Leben mein Vater mir davon berichtete, dass man im Internet bald virtuell in Museen gehen könne und dass man sich dann die Maske von Tutanchamun angucken könne ohne jemals in Kairo gewesen zu sein. Zukunft, alter. Zukunft.

 

Als ich dann an meinem Computer in Paris rumgelaufen bin… ja, Zukunft, alter.

 

Ich erinnere mich Wave. Wow war das geil. Ich fand das nie zu kompliziert. Kein Usabilitytraum, sicher, aber das war abgefahren… Man konnte so viel machen.

 

Aber da hatte ich schon Facebook.

 

Ich erinnere mich auch an das erste Android. Alter, beeindruckend cool, irgendwie. So… Raw. Ich fand das abgefahren. Aber da hatte ich schon ein iPhone.

 

Ist ja nicht so, dass ichs nicht probiert hätte. Ich hatte ein Motorola Milestone. Die DACH-Version. Das war die vertragsfreie Version von O2 für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das war wichtig zu wissen, weil davon hing ab, ob man Updates bekam oder nicht und wenn ja wann.

 

Das war schon ein ganz gutes Handy. Klar, ein paar Problemchen gabs wohl. Ich hab weniger Musik gehört, während ich das hatte. Aus verschiedenen Gründen. Zum Einen, weil die Musik immer gestockt hat, wenn man 3G aktiviert hatte. Also immer. Zum Anderen, weil ich meine Musik gern in Playlisten sortiere – für jeden Künstler eine. Das ist halt so meine Art. DoubleTwist hat meine iTunes-Playlisten schon ganz gut importiert aber leider in dieser Auswahlbox, wo man also die Playlists auswählen konnte, keine Sortierung gehabt. Ich stand da also mit ner 10-Zeilen Auswahlbox und keiner Sortierung irgendwelcher Art. Bei 320 Playlists ist das ein bisschen anstrengend, da vergisst man dann das ein oder andere. Schade aber gut, Musikhören konnte man ja jetzt eh nicht so supergut weil das ja immer gestockt hat.

 

Aber zum Glück kam ja bald ein Update. Also für so andere Versionen vom gleichen Handy, ich hab vergessen wie die hießen, jedenfalls nicht DACH. Aber weil O2 die OTA-Updates freischalten musste oder so konnte ich das Update, das dann irgendwann kam, leider nicht installieren weil das nur über die Motorola Update Suite ging und die lief nur auf Windows. Ich hab das dann am Windows-Laptop vom Bruder meiner Freundin gemacht, man ist ja Nerd und will schon Unterbrechungsfrei Musik hören.

 

Leider hatte iPhoto das Milestone öfter nicht als Kamera erkannt. Nur im SD-Modus. Wenn das Handy sonst nicht benutzbar ist. Schade aber gut, die Photos waren halt ganz gut so deshalb hat man das in Kauf genommen.

 

Und überhaupt, das Display war spitze. Nur die Apps halt nicht so schön. Damals.

 

Aber nein, das war halt auch zum Teil meine Schuld weil wenn man richtig Musik hören will dann sollte man 3G ausschalten, damit man nicht gestört wird. Oder halt rooten. Mit Root wird eh alles besser. Und das mit den Playlists ist auch meine Schuld, was fällt mir ein, die zu ordnen wie ich will. Und iPhoto… naja also wenn man Photos importiert muss man ja auch nicht unbedingt erreichbar sein. Und die Updates – auch da bin ich sicher selbst schuld. Ich hätte ja VMWare installieren können, wäre ja jetzt nicht so das Problem gewesen.

 

ABER NEIN MAL ERNSTHAFT WAS FÜR EIN BULLSHIT.

 

Vielleicht sind meine Ansprüche damals zu hoch gewesen und sicherlich hat sich Android verändert, verbessert vermutlich auch. Aber zu dem Zeitpunkt als das Milestone richtig beschissen war, lief das iPhone immernoch perfekt. Ich kacke auf den offenen Android Market. Ich weiß nicht, wie viele Fake-Facebook-Apps ich ausprobieren musste, bis ich die richtige gefunden hatte. Und wie viele komplett beschissene Twitter-Clients mir so richtig in die Fresse gekotzt haben bevor irgendeiner anständig war. Und warum man eine hässliche ToDo-Liste Astrid nennt wird sich mir nie erschließen. Bleiben wir aber erstmal fair, irgendwie. Android hat seine coolen Seiten. Zum Beispiel… hat mir damals gefallen, dass man so direkt auf dem HomeScreen WLan ausschalten konnte und so. Das war cool. Und ich fand auch die Notification-Sache ganz gut. Also wirklich. Und ich hab dem Teil ne Chance gegeben. Denn ich kann mir nicht leisten, mir ein so teures Handy zu kaufen, nur um darüber dann abfucken zu können. Und manchmal hats auch Spaß gemacht. Der Google Reader allerdings war zum Beispiel ein Witz. Also ich weiß gar nicht mehr, wie die App hieß die ich da hatte aber die war so unglaublich hässlich und unbenutzbar, dass ich immer die Mobile Site benutzt hab. Ich hab mich damals schon gefragt, warum Google keine native Reader-App rausbringt. Aber was fällt mir ein, RSS benutzt eh niemand mehr.

 

Ich habs echt versucht. Ich wollte das gut finden. Wars aber nicht.

 

Es kamen dann ein paar Leute auf mich zu und meinten, dass das halt zu früh war. Dass das Milestone ja zwar schon ein High-End-Device gewesen wäre aber halt nicht High-High-End. Ich hätte lieber irgendwas anderes nehmen müssen, was mit Sense oder so. Oder halt warten, weil Android noch nicht soweit war. 2.0.1.

 

Also ist Android tatsächlich kacke und wird erst gut, wenn irgendein Hardwarehersteller, der keine Ahnung von Softwaredesign hat, da irgendwas draufklatscht, was verhindert, dass man pünktlich Updates bekommt? Oder waren die 650€-Handys von damals aus Absicht schon kacke? Also hab ich bei einem 650€-Handy die falsche Wahl getroffen, obwohl das ja so eine Art Nexus von damals war? Wenn wir von “damals” sprechen, sprechen wir übrigens von vor einem Jahr, ungefähr. Ein Jahr.

 

Aber papperlapapp, egal, darum geht’s ja eigentlich nicht. Ich will nur sagen, nach diesem ganzen rumgeflame hier, dass ich schade finde, dass Android und vor Allem dass Google etwas aus den Augen verloren haben: Magie. Ja, Apple-Buzzword. Ja, Marketing-Bullshit. Ja, trotzdem superwichtig. Weil das doch das ist, woran man sich erinnert. Wenn man plötzlich kostenlos gefühlte unendlich viele Mails bekommen kann. Mit ner coolen @gmail.com-Adresse. Dass man plötzlich einen Online-Kalender hat, den man mit Freunden teilen und gleichzeitig bestimmte Sachen privat haben kann.

 

Dass das Handy einfach so funktioniert (okay, wenn man iTunes benutzt, was nicht jeder tut und nur auf Mac gut ist, wobei ich auch nie wirklich verstanden habe, warum das auf Windows irgendwie schlechter sein soll – es tut was es soll und das gut) und sich gut anfühlt und Spaß macht und man nicht an jeder Ecke irgendwelche Workarounds finden muss.

 

Wenn man bei Lycos gesucht hat und dann bei Google. Wenn man plötzlich in Echtzeit sieht, dass da jemand was schreibt. In diesem großen, superfunktionalen Tool. Wenn man plötzlich Werbung bekommt, die interessant ist, weil man zufällig vor einer Woche mal nach Sportschuhen gesucht hat.

 

Das ist weg. Das ist komplett verschwunden. Google+ war ein bisschen neu und ein bisschen cool HTML5. Aber magisch? Ich hatte das vergessen, bis gestern Morgen.

 

Buzz? lol.

 

Und dann verkackt Google die Sache an ganz anderen Stellen. Wenn man das erste Mal mit der Google iPhone-App per Sprache was sucht… wow. Heftig! Aber irgendwie haben die das dann vergessen. Then there was Siri und alles, was Google bisher spracherkennungsmässig gemacht hat ist plötzlich wie Sprachwahl bei Nokia.

 

Kennt man noch Google Goggels? Die erste Demo war verdammt magisch. Das hatte ich mir immer gewünscht, sowas. Und dann kommt das für Android, supergut und so, alles klar, und dann für iOS und die packen das in die super unstabile Google Mobile-App. Irgendwo nach drölf Swipes. Warum? Jaaaa klar, erst Android, diesdas, geschenkt. Aber was das dann am Ende bringt sieht man an der GoogleMail Mobile App. Supergute Aktion! Das kann doch nicht deren Ernst sein. Und wie lange braucht man, um einen Notification-Bug zu fixen? Böse Menschen könnten sagen, dass Apple die extra approved hat. Weil die die ja wegen der mangelnden Funktionalität hätten zurückhalten können. Aber das ist quatsch, weil das natürlich nicht die einzige App war, die trotz Kontrollen am Ende scheiße war.

 

Also was ist da passiert? Keine Ahnung. Aber ich habe, genau wie MG Siegler kein Vertrauen mehr. Die Magie ist weg, das Vertrauen in neue Awesomeness, neue Magie, neue Wow-Zukunft-Momente… weil die das zu oft verkackt haben.












Kommentare



Das Problem am Internet ist, dass jeder eine Stimme bekommt. Auch so Typen wie ich. Das pisst mich an. Nicht nur so im deutschen Netz. Auch international. Schon Mal TechCrunch-Kommentare gelesen? ORRRR…

 

Das Ding ist, dass jeder denkt, was zu sagen zu haben. Und jeder meint, jeden interessiere das.

 

Die Grundidee ist klasse. Man kommt mit Fremden ins Gespräch, diesdas, bekommt Input und so weiter. Aber leider ist das in den meisten Fällen Dummgeschwätze. Hirnloses.

 

In Deutschland haben ein paar Leute verstanden, dass Kommentare nur unter bestimmten Vorraussetzungen überhaupt Sinn ergeben und es totaler Schwachsinn ist, nur der Kommentare willen Kommentare einzubauen weil man das eben kann. So wie wir damals alle stundenlang Gästebücher für unsere Beepworld-Seiten gesucht haben. Einen Sinn hatte das nicht. Nie.

 

Verstanden, dass Kommentare selten konstruktive Kritik und meistens eben nur Scheiße sind haben Stylespion-Kai und UARRR-Marcel. Fand ich klasse.

 

Aber wann funktionieren Kommentare jetzt, wenn die grundsätzlich erstmal beschissen sind? Bei Quora, zum Beispiel. Invite-Only. BeiQUOTE.fm auch. Invite-Only. Bei privaten Facebook-Profilen. Quasi-Invite-Only.

 

Und wo nicht? Überall, wo jeder Volltrottel seine Meinung loswerden will.

 

Ey, Junge, wenn du ne Meinung hast, die wen interessiert, schreib n Blog. Deine Kommentare bringen nichts.

 

JAJAJAJAJA ich weiß, das ist alles ein alter Hut und so. Aber ehrlich… warum denkt man immer, mitmachen sei gut? Geschlossene Systeme funktionieren tatsächlich meist besser. Die Qualität leidet nicht. Andererseits musste dafür natürlich erst genug in Kommentarfelder gekotzt werden, bevor Leute gemerkt haben, dass man das vielleicht lieber lässt.

 

Ich weiß ja nicht, ob das bei Tumblr Absicht war aber ich glaube, die Kommentarlosigkeit hat Tumblr den Arsch gerettet. Ich glaube nämlich, dass hier noch viel mehr Idioten rumlaufen als woanders. Das sieht man allein schon an den rebloggten Ask-Dingern.












QUOTE.fm



Mimimimimi.

 

Quote.fm ist toll. Ich mag das Design nicht, das ist aber persönliche Präferenz, die nichts daran ändert, dass das Konzept, die Umsetzung und der verdammte Fokus auf Qualität das ganze unheimlich gut werden lassen. Ja, unheimlich.

 

Wir reden hier von Texten. Aber nicht von irgendwelchen, sondern von Texten, die dein Leben verändern sollen, die dich inspirieren und nachdenken lassen, dich dazu auffordern, Dinge zu ändern oder einfach nur toll sind. Die möchte ich nicht von Idioten empfohlen bekommen. Weil das sind Idioten und die haben keinen Anspruch, das macht Idioten eben aus.

 

Quote.fm hat begriffen, dass das Internet auf eine gewisse Art und Weise und unter bestimmten Vorraussetzungen gefiltert werden muss, wenn man Qualität haben will. Und nur unter den Vorraussetzungen ist es gut, dass es bei Quote.fm auch Kommentare gibt. Weil Kommentare nämlich normalerweise unnötig und schwachsinnig sind, wenn jeder welche abgeben kann. Deshalb macht es keinen Spaß TechCrunch zu lesen und deshalb macht es nur im Moment noch Spaß, The Verge zu lesen.

 

Ich möchte nämlich bitte nicht Texte empfohlen bekommen von den gleichen Leuten, die bei Apfeltalk kommentieren oder die auf irgendeine Weise versuchen, sich selbst darzustellen, weil sie, wie sie es auch bei Blogkommentaren tun, nur kommentieren bzw. empfehlen, um ihren eigenen Scheiß zu promoten. Ich will, dass mir Leute Texte Empfehlen, die wissen, was gute Texte sind. Weil sie selber welche schreiben oder einfach, weil sie das wissen. Und das geht nur durch Invites, weil nur dann jemand der, handverlesen und ausgewählt, Invites vergeben kann, “vertrauenswürdigen” Leuten eben diese Invites schicken kann. So. Scheißsatz. Man könnte jetzt sagen, dass man dann unter Sich bleibt und das eh wieder nur so eine “wir Superblogger sind cooler als ihr”-Sache ist aber wer das sagt hats nicht verstanden. Das sind nämlich die gleichen, die Ein Herz Für Blogs verkackt haben.

 

Worauf ich hinaus will ist, dass ich unglaublich gut finde, dass jemand endlich mal filtert und nicht so tut als sei das hier alles zum mitmachen. Denn wie wir sehen bringt das nichts. Hier, Youtube-Kommentare, zum Beispiel. Deswegen mag ich Quote.fm. Und natürlich und vor Allem wegen der Texte. Nicht alle sind wirklich gut, aber weil das ja jeder selbst entscheiden muss, ist das schon okay. Und nicht alle Kommentardiskussionen sind gut. Aber das ist okay weil das muss jeder selbst entscheiden. Mir ist aber aufgefallen, so ganz subjektiv, dass das Niveau da so verdammt hoch ist. Und das ist nicht nur selten sondern so unwahrscheinlich gut, dass mir zum Beispiel vollkommen egal ist, ob ich einen Account hab oder nicht, weil ich mich trotzdem in Texten suhlen kann, mein Kindle fast platzt und ich nicht hinterherkomme. Wunderbare Sache. Denn Services wie Give Me Something To Read sind zwar klasse aber dann wieder zu krass gefiltert. Klar soweit? Quote.fm scheint irgendwie die Waage gefunden zu haben. Zwischen anständiger Kuratierung, Masse und Qualität.

 

Nur das Design, und dabei bleibe ich, finde ich ein bisschen blöd. Eigene Meinung und so.

 

Oh, ach ja, die Kuratoren, ne… wow. Richtig gute Idee. Wer nämlich, nachdem er das gesehen hat, noch denkt, dass da eh nur alle unter Sich bleiben blablabla mimimi ist eh zu dumm. Poste geile Texte, kommentiere anständig, sei kein Vollidiot und du bist Kurator.












Siri



In Deutschland kann Siri weder Karten verwenden und damit Richtungen angeben, noch auf Wolfram Alpha zugreifen. Letzteres ist verständlich – Wolfram Alpha gibt’s gar nicht auf deutsch, kann man also mit leben, auch wenns irgendwie scheiße ist. Schließlich macht die Wolfram-Integration ja einiges vom Mehrwert aus.

 

Routen und Karten allerdings… versteh ich nicht. Warum nicht? Wo ist das Problem?
Ich meine… nicht, dass man das wirklich ständig brauchen würde. Aber die deutsche Version Siris ist nur gut zum Weckerstellen. Denn die Diktierfunktion, das kleine Mikro und so, sind nicht Siri sondern, streng genommen, Dragon. Das ist das, womit Siri versteht. Manchmal. So. Deshalb funktioniert die Diktierfunktion teilweise auch viel besser als Siri, weil Siri ja noch interpretieren muss und versucht, herauszufinden ob es sich bei dem Namen den man da nennt um einen Kontakt handelt. Aber alles egal, das Problem ist, dass Siri dadurch in Deutschland jedenfalls dumm wird. Dümmer. Und das ist doof, weil die Leute hören, dass Siri alles kann, man mit ihr reden kann, sie fragen kann, wie man besoffen nach Hause kommt, was 1+1 ist und so weiter. Aber geht ja nicht.
Wenn man also jetzt versucht, irgendwas ausserhalb von “Stell meinen Wecker”, “Schreib ne Mail an Pups” oder “Welche Termine hab ich morgen” zu verlangen… naja wird nicht gehen.

 

Das ändert natürlich nichts daran, dass allein das schon superpraktisch ist. Aber es wirft ein Problem auf, von dem John Siracusa öfter mal in Hypercritical sprach, als es darum ging, dass Siri keine echte AI ist sondern im Prinzip natürlich nur ein paar (viele) Sätze kennt, man aber immernoch vorsichtig sein muss weil sie eben nur die gebräuchlichsten kennt. Nerds haben damit kein Problem. “Oh, hat nicht geklappt, ich muss das wohl anders formulieren”. Aber deine Mutter wird sich schwer tun. “Oh, ich dachte die wär intelligent. Scheißteil”.

 

Das wäre natürlich auch passiert, wenn Siri Wolfram Alpha und Routen können würde. Aber durch die Minimierung der Features auf von der Google-Suche abgesehen nur lokale Befehle, maximieren sich die Sätze, die Siri nicht versteht, sie wird öfter sagen, dass sie was nicht kann und dumm wirken. Noch dümmer.

 

Noch Mal – trotzdem ist Siri super beeindruckend und genau so praktisch. Und man kann nachvollziehen, dass Wolfram in Deutschland nicht verfügbar ist, geschenkt. Aber orrr. Wär ja schon cool.









© Hey! Ich bin Leo.

Ich finde vieles ziemlich gut und manches extrem beschissen. Deshalb und darüber schreibe ich hier. Über die beschissenen Dinge. Und manchmal auch über die guten. Kommt drauf an.

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